Neues Jahr, neuer Salon

04.02.2012
Meisterbrief

„Dorner boder“ jetzt auch in Freudenberg – Seit 127 Jahren schon in Hirschau

Hirschau-Freudenberg. (ads) Auf 127 Jahre erfolgreiche Unternehmensgeschichte kann der „Dorner boder“ in Hirschau zurückblicken. Dieser hat sich inzwischen mit seinen Geschäftsstellen in Sulzbach-Rosenberg, Vilseck und mit der „Schnittstelle“ in Amberg einen Namen für ausgezeichnetes Friseurhandwerk gemacht hat.
Mit der Übernahme von Salon Scharl wurde in Freudenberg (Hofleite 4) ein weiteres Standbein geschaffen. Der Salon hat Donnerstag und Freitag von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet, Terminvereinbarung unter (01577) 3003632. Mit Pius Dorner, geboren am 7. November 1825 in Hirschau, als Sohn von Oswald und Franzisca Dorner, begann die Ära der „Dorner boder“. Dieser erlernte bei dem Bader und  Chirurgen Georg Bösl in Hirschau das Badergewerbe und erhielt 1844 den Lehrbrief als Bader.
Nach Wanderschaft und Militärzeit erhielt er am 12. Februar 1852 das Approbationszeugnis von der Prüfungskommission Speyer, wonach er zum Betrieb des Badergewerbes befähigt wurde. Am 3. November 1852 bat er um die Erteilung einer Baderkonzession in Hirschau.
Sein ehemaliger Lehrherr widersprach aber diesem Antrag und am 11. Juli 1853 wurde Pius Dorner vom Stadtmagistrat folgender Beschluss mitgeteilt: „Dem Bittsteller solang hinsichtlich einer Erteilung einer Baderkonzession hindernd in den Weg zu treten, bis er sich gehörig und loyal ausgewiesen habe, daß er sein elterliches Anwesen erkauft und so eine Braut gefunden habe, welche so viel Vermögen ihm zubringt, das man meinen könne und dürfe, das erkaufte elterliche Anwesen auch behaupten zu können. Wird sich Dorner über diese Punkte gehörig ausgewiesen haben, so steht ihm von Seite der Gemeindebevollmächtigten an Hindernis zur Erfüllung seiner Bitte nichts mehr im Wege.“
Pius Dorner heiratete daraufhin nach Freihung und übte dort das Badergewerbe aus. Sein Sohn, Josef Dorner, geboren 5. August 1860 in Freihung, trat in die Fußstapfen des Vaters und erlernte ebenfalls das Baderhandwerk. Er erhielt am 25. April 1884 das Prüfungszeugnis der königlichen Regierung der Oberpfalz. Als Badergehilfe ging er seinem Vater im elterlichen Betrieb zur Hand, bis er 1885 Theresia Nißl aus Hirschau heiratete und seinen Lebensmittelpunkt dorthin verlegte.
Aus der Familienchronik ist nicht ersichtlich, ob Josef Dorner hier das Baderhandwerk ausgeübt hat. Allerdings ist er als solcher im „Verzeichniß über die im Stadtgemeindebezirke Hirschau wohnhaften Bader“ vom 6. März 1888 aufgeführt. Josef Dorner schloss nach seiner ersten Ehe eine zweite im Jahr 1898 mit Apollonia Dorner. Aus der Verbindung ging Sohn Josef Dorner (II.), geboren am 24. Februar 1899, hervor, der ebenfalls das Baderhandwerk erlernte. Er legte erstmals die Meisterprüfung im Friseurhandwerk ab.
1908 erwarb Josef Dorner das Anwesen Rathausplatz 13 und übte dort das Handwerk aus. Nach seinem Tod 1933 übernahm sein Sohn das Geschäft. Die Ausbildung zum Bader gab es nicht mehr. Josef Dorner (II.) war der letzte praktizierende Bader in Hirschau. Aus dessen Ehe mit Anna Betz gingen die Kinder Josef (III.) und Blanda hervor. Auch dieser Sohn erlernte das Friseurhandwerk und schloss mit der Meisterprüfung ab. Zu Beginn der 60er Jahre wurde das Geschäft in das Höfler-Anwesen, Rathausplatz 14, verlegt und vergrößert.
1979 wurde das Geschäft wegen des Neubaus Sparkasse in die Georg-Schiffer-Straße verlegt. Die Faszination des Friseurhandwerks verfehlte bei der Tochter von Josef Dorner (III.), Birgit, seine Wirkung nicht und so setzt sie die Familientradition fort. Sie legte die Meisterprüfung 1991 ab und eröffnete ihre erste Geschäftsstelle in Sulzbach- Rosenberg.
Es folgte das Friseurgeschäft „Schnittstelle“ in Amberg.Doch auch im Hauptgeschäft in Hirschau stand 2007 ein Umzug von der Georg-Schiffer-Straße in die Hauptstraße 67 an, direkt gegenüber dem Ort, an dem von 1908 bis 1960 bereits der „Dorner boder“ tätig war. 2011 wurde in Vilseck eine Geschäftsstelle eröffnet, der nun neu die in Freudenberg folgte.