Eiserne Freundschaft

04.02.2012
Die Eisernen

Schnaittenbacher Clique seit 40 Jahren verschworene Gemeinschaft – Gansessen und Sektempfang


Schnaittenbach. (ads) „Die Eisernen“ heißt jene Faschterer Clique die am 4. Januar 1972 im Gasthaus „Ranch“ von fünf Mädchen und acht Jungs im Alter zwischen 16 und 21 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Nun sind es 40 Jahre seit der Gründung her, doch noch immer ist diese Clique eine verschworene Gemeinschaft, bestehend aus acht Ehepaaren, obwohl ein Ehepaar inzwischen in Nürnberg, eins in Störnstein, eins in Raigering wohnt, aber fünf Ehepaare dem Forst treu geblieben sind.
„Es ist eine Seltenheit, dass nach soviel Jahren noch eine solche Gemeinschaft besteht, deren Ziel damals das gemeinsame Feiern und Tanzen war und dazu fast alle Tanzböden in den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Weiden unsicher machten“, erinnert sich Georg Meier gerne zurück.
1972 hätte sich die Clique erstmals auch mit einem Wagen beim traditionellen Schnaittenbacher Faschingszug mit dem Thema „Kein Tanzlokal in Schnaittenbach“ beteiligt. Laut Maier hätten „Die Eisernen“ dann zehn Jahre lang mit Wägen zu jeweils aktuelle Themen wie „Ein Lift und kein Schnee“, „Ölkrise“, „Der letzte Bockl nach Schnaittenbach“, „Eingemeindung nach Hirschau“, die „Rattenfänger“ und „Läuse in der Schule“ für Attraktionen beim hiesigen Gaudiwurm gesorgt.
Am 30. April 1973 hätten die Faschterer wieder den alten Brauch des Maibaumaufstellens neu belebt, berichtet Georg Meier. Er fügt hinzu, dass der erste Baum beim „Listbauern“ am Forst aufgestellt worden sei und der Brauch dann bis in die 80er Jahre von „Die Eisernen“ weiter gepflegt worden sei bis ihn die „Faschterer Kirwaburschen“ übernommen hätten und ihn bis heute in Ehren halten würden. Wie Georg Meier wissen ließ, hätte es zwei feste Termine seit der Gründung der Clique gegeben: Am Ostermontag der Emmausgang in sämtliche Orte rund um Schnaittenbach und die Vatertagswanderung der Männer in die Wirtshäuser der näheren und weiteren Umgebung. Von 1972 bis 1988 seien „Die Eisernen“ jedes Jahr an Pfingsten in ein Zeltlager mit Sack und Pack ins Pfreimdtal oder nach Flossenbürg gefahren, wofür sie in den letzten Jahren auch ihre Kinder begeistern konnten.
Jahrelang wurden auch herrliche Wochenenden in der Steinwaldhütte in Pfaben verbracht. Am 2. April 1983 wurde in einer Gemeinschaftsaktion am Kohlbühl (588 m) ein Gipfelkreuz errichtet, das am 11. April 1998 durch ein neues Gipfelkreuz aus Eichenholzbalken ersetzt und durch eine Ruhebank ergänzt wurde.
Zum Anlass des 20-jährigen Bestehens flogen „Die Eisernen“ 1992 14 Tage nach Mallorca, wo sie einen wunderschönen Urlaub verbrachten. Das 40-Jährige wurde bodenständiger am 4. Januar mit einen Sektempfang und einem zünftigen Gansessen im „Kellerhäusl“ gefeiert, wo auch die Hälfte der „Eisernen“ geheiratet hat. Im Mai steht dann eine Urlaubsreise in den Bayerischen Wald an.