Auch Zeitzeugen befragt

04.02.2012
Michael Popp

Michael Popp und Klaus Haußmann dokumentieren Steingutproduktion in Hirschau

Hirschau. (ads) Im Buch „Hirschauer Steingut – die Geschichte der Fabriken und Produkte“, zeichnen Michael Popp und Mitautor Klaus Haußmann auf 160 Seiten mit über 250 Abbildungen die 130-jährige Geschichte der Hirschauer Steingutproduktion nach und leisten damit einen Beitrag zum Erhalt der bedeutenden Kulturgeschichte der Kaolinstadt.
Die Sammler und Forscher aus Leidenschaft und absolute Kenner der Materie würdigen darin einerseits die kulturhistorische Bedeutung der Steingutproduktion, deren unternehmerische Leistung und soziale Dimension sowie die Sicht der ehemaligen Mitarbeiter, andererseits zeigt das Buch den bisher größten Überblick über Produkte, die von Hirschau in die ganze Welt gingen.
Sensationen für die Fachwelt der Sammler und Wissenschaftler, die sich in ganz Deutschland und in den USA mit Hirschauer Steingut beschäftigt, stellen einige der wenigen bisher gefunden „Musterblätter“ bzw. Preislisten dar, die eine genauere zeitliche Zuordnung von Steingutobjekten erlauben.
Michael Popp schreibt, dass die Oberpfalz mit sieben Manufakturen eines der großen Zentren der Steingutherstellung gewesen sei.  Hirschau sei laut seinen Aussagen von 1826 bis 1956 Standort der zeitweise größten und erfolgreichsten Steingutfabriken gewesen.
„Mit dem Niedergang der Hirschauer Steingutfabrik verblasste allmählich auch die Erinnerung an dieses schöne Stück Kulturgeschichte“, bedauert Michael Popp. Die von ihm initiierten Ausstellungen in den Jahren 2004 und 2005 zur Erinnerung an die Tradition des Hirschauer Steinguts hätten nach seiner Ansicht die Bürger dazu bewegt, ihre verbliebenen Schätze an Steingut zu sichten und neu wertzuschätzen. Der Festspielverein sei laut Popp neben einer Reihe von Sammlern inzwischen dabei, sich selbst einen Fundus aufzubauen und langfristig auf die Einrichtung eines Museums hinzuarbeiten.
„Vor dem Hintergrund des neu erwachten Interesses war es wünschenswert und sinnvoll, die Geschichte der beiden Hirschauer Steingutfabriken zu dokumentieren, vor allem aber eine anschauliche Vorstellung von der vielfältigen Produktion während der drei Unternehmensphasen Dorfner, Carstens und Luckscha zu geben“, erinnert Popp an seinen Beweggründe, das Buch zu verfassen. Das Buch verstehe sich als Zwischenschritt in Richtung auf das geplante Museum hin und solle den Stand der heutigen Sammlungen und Forschungen in anschaulicher Darstellung festhalten, Einordnungshilfen geben und zur weiteren Vernetzung und den Wissensaustausch beitragen.
Berichte noch lebender Zeitzeugen aus der letzten Produktionsphase haben in das Buch Eingang gefunden. Das Buch ist in einer Auflage von 1000 Stück erschienen und ist für 15 Euro (regulärer Preis 18 Euro) im Hirschauer Rathaus, bei Zeitschriftenhändlern und im Verlag Popp & Partner Rosengartenweg 9 in 90451 Nürnberg erhältlich.