Gewulffe und Gegauckel

19.04.2012
Gewulffe und Gegauckel

Lokale und überregionale Politprominenz vom Schlossgeist kräftig derbleckt

Hirschau. (gj) „Ozapft is", hat da Buachamoista Hans Drexler gsagt – und da Braumoista Franz Dorfner hat glacht: Damit war die fünfte Jahreszeit in Hirschau eröffnet. Bockbieranstich im Schlosskeller, heuer zum siebten Mal, das ist auch die Zeit des Derbleckens.

Zum Bock gibt's deshalb in Hirschau den Schlossgeist – und beide haben's in sich: Der eine macht den Kopf schwer, der andere gibt manchem Großkopferten Anlass zum Nachdenken – und den anderen zum Lachen. Aber der Reihe nach. Erst einmal war Masskrugstemmen angesagt.

Die besten Frauen hielten ihre Krüge über drei Minuten ausgestreckt, die Männer über sechs Minuten – unter dem strengen Schiedsrichter namens Sepp Falk. Die Besten waren Gabi Erras, Martina Bauer und Johanna Dorfner bei den Damen, Heinz Dirnhofer, Konrad Meier und Erhardt Ackermann bei den Herren. Und dazu spielten die „Weiß-Blauen Buam" aus Kienlohe und Amberg.

Dann stieg die Spannung, wer wohl diesmal der Schlossgeist sein würde. Mit Glockengeläut trat Dieter Held ein – und wetterte gleich los: „Niat amal a Bier gibt's, owa wurscht, des Schlosserer hast ja eh nimma saufn kinna." Bei den Promi-Politikern machte es Held kurz, denn „des Gewulffe dauert lang genug, jetzt Gauckeln ma a bisserl".

Vom Hirschauer Stadtrat zeigte sich der Geist enttäuscht: „Nix los mit denen." Hoch angesehen sei der bloß im Rathaus, beim Bürger nicht – weil der nicht recht wisse, ob sich die Räte gegenseitig behindern oder versuchen, Politik zu machen. Jetzt „hängen's ja an einer Biogasanlage".

Nur, der Supermais, der neben der Anlage in Dienhof gestanden ist" war nicht für Dienhof: „Den ham die Schönbrunner Traktoren den ganzen Tag Dienhof – Schönbrunn – Dienhof – Schönbrunn gfahrn, bis der ganze Mais in Schönbrunn war", erklärte der Geist. Weiter wusste er, dass Hirschau ein „SEK" (Städtisches Entwicklungs-Konzept) mit Brummer und drei Professoren ermittelt hat.

Die hätten rausgebracht, dass es sich beim „Sparkassenschmuckstück" mit den roten Lichtstreifen eventuell um eine „Peepshow" handeln könnte. Beim alten Thema „Stadt gegen Epp" habe das SEK auch ermittelt und der Epp habe Recht gekriegt: jahrelanger Ärger um nix, meinte der Geist, also „SEK" eher kurz für „so ein Kas". Zum Sport stellte der Geist fest, dass beim TUS/WE keiner die sauber erzielten Tore aberkenne: Solche „Pfeifen gehören doch  weggesperrt" – Dieter Birner als Vorsitzender habe es wörtlich genommen. Gesagt, getan. Zu den rückläufigen Besucherzahlen in der Kirche meinte der Geist, ob es nicht gescheiter wär, wenn der Pfarrer in Rente gehen würde.

Letzte Station war „200 Jahre Dorfnersche Brauerei": „Des warn Zeiten, als das Bier noch gut war." Zu diesem letzten Akt hatte sich der Geist zwei Helfer geholt, den „Rolando" (Roland Fritsch) und den Hermaano (Hermann Falk). Alle drei stellten fest, dass der Dorfner Franz sich nicht aller anfallenden Arbeiten annehmen sollte, sondern lieber seiner Bierqualität.

„Der Andreas Dorfner, der Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater, würde sich im Grab umdrehen, wenn er des Bier saufen müsst", sagten die Geister. Und sie forderten Buße in Form von Bock vom Braumeister, weil er so lange mit dem Einbau der neuen Abfüllanlage gewartet habe. Der Brauereibesitzer gelobte Besserung.