Last von den Schultern nehmen

Schnaittenbach/Vilseck. (ads) Der Verdacht auf „Demenz“, „Alzheimer“ oder ein verwandte Erkrankung bei einem Familienmitglied wirft zahlreiche Fragen auf und löst ebenso große Ängste aus. In den Phönix-Einrichtungen in Schnaittenbach und Vilseck arbeiten die Pflege- und Betreuungskräfte mit Angehörigen seit Jahren eng zusammen und haben dabei deren Sorgen und Gefühle kennengelernt.

Die Hauptlast der Betreuung der Demenzkranken liegt in der Familie, ein enormer Arbeitsaufwand und psychische Belastungen für die Familie sind die Regel. Ein möglichst baldiges Aufsuchen von professioneller Hilfe kann einer weiteren Zuspitzung entgegenwirken. Eine der wesentlichsten Gegenmaßnahmen ist die Aufteilen der Belastung auf weitere Betreuungspersonen bzw. auf spezialisierte Einrichtungen. Diese Entlastungen bieten kurzzeitige stationäre Entlastungsaufenthalte in den Phönix-Einrichtungen (z.B. Kurzzeit- oder Verhinderungspflege).

Die typische betreuende Angehörige verbringt mindestens 20 Stunden in der Woche allein mit der Betreuung des Demenzkranken. Viele betreuende Angehörige gehen neben dieser Betreuungstätigkeit noch einer regulären Beschäftigung nach und müssen sich zusätzlich um ihre eigene Familie kümmern. 80 Prozent der betreuenden Angehörigen empfinden eine gravierend emotionale Belastung, ihre Gesundheit leidet, sie essen ungesünder, haben viel weniger Zeit als Gleichaltrige, sich um sich selbst und ihr Wohlergehen zu kümmern.

Sehr viele betreuende Angehörige erleben einen Energieverlust, sie werden häufiger körperlich krank, gehen wegen eigener Beschwerden seltener zum Arzt und riskieren damit eigene Erkrankungen. Oft wird zu wenig bedacht, dass die Betreuung eines Demenzkranken viele Jahre dauern kann und dann die verbrauchten eigenen Reserven nicht mehr aufgefüllt werden können.

Vorbeugen ist hier unverzichtbar, zum Beispiel durch folgende Maßnahmen: Betreuungsaufgaben auf mehrere Familienmitglieder verteilen Soziale Kontakte pflegen (Verein, Freunde, Arbeitskollegen) Angehörigen-/Selbsthilfegruppen aufsuchen Tagespflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege oder stationäre Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung Sozialstationen, ambulante Dienste und Hauswirtschaftshilfen Betreuungsassistenten Essen auf Rädern Freizeitaktivitäten Trainingskurse für pflegende Angehörige Kurse und Aktivitäten für die eigene Gesundheit psychotherapeutische Begleitung.

Die Reduktion der Belastung der pflegenden Angehörigen geht mit einer erhöhten Lebensqualität aller Betroffenen – der Patienten, der Betreuer und der gesamten Familie – einher.

Die Hauptlast der Pflege und Betreuung von Demenzkranken wird noch immer von der Familie getragen. In erster Linie vom oft selbst betagten Ehepartnern, von Töchtern, Schwiegertöchtern oder anderen Familienangehörigen. Diese sind zumeist das wichtigste stützende soziale System für Demenzpatienten. Rund 20 bis 30 Prozent der Patienten werden heute in Heimen gepflegt.

Die größten Belastungen für die pflegenden Angehörigen sind nicht die zu erwartenden Hirnleistungsdefizite, sondern vor allem schwere Verhaltensstörungen, wie z.B. Unruhe verbale und physische Aggressivität, Schreien, Wandertrieb und Störung des Tag/Nachtrhythmus, sowie Depression, Ängstlichkeit und psychotische Phänomene wie z.B.Verfolgungs- oder Vergiftungs-,
Verarmungs-Ideen.

In den Phönixeinrichtungen Schnaittenbach und Vilseck erhalten Angehörige Informationen über soziale Hilfeleistungen wie z.B. Sozialstationen, Essen auf Rädern, Besuchsdienst, Tageszentren, Urlaubsbetten, Kurzzeit- und Verhinderungspflege. Die Mitarbeiter sind auch bei der Abklärung juristischer Fragen wie Anspruch auf Pflegegeld, gerichtliche Betreuung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung behilflich.