Um 1840 gedruckt

01.10.2012

Hirschau. (ads) Glück muss der Mensch haben! Zu den Glückspilzen scheint auch René Hofmann aus Hirschau zu gehören, denn sie entdeckte bei Ebay ein Plakat aus der frühen Dorfner-Zeit, das 279 Produkte der damaligen Steingutfabrik zeigt, und schlug sofort zu. Wie sich herausstellte, handelt es sich um das früheste der äußerst raren Dokumente, die einen Überblick über die Erzeugnisse im 19. Jahrhundert ermöglicht – ein sensationeller Fund für die Geschichte der Steingutfabriken.

Schon seit geraumer Zeit ist das Ehepaar Hofmann von der Sammlerleidenschaft infiziert, wobei René Hofmann Jagd auf Kaffeekannen und Steingut macht und inzwischen eine stolze Sammlung von 2489 Stück besitzt, darunter eine große Anzahl aus der Hirschauer Steingutfabrik. Ihr Gatte Dieter Hofmann hat ein Faible für Bierkrüge und kann 956 Exponate sein Eigen nennen, davon 130 aus den hiesigen Steingutfabriken.

René Hofmann kann ihr Sammlerglück über das wertvolle Dokument noch kaum fassen. Es soll gerahmt in dem von ihr und ihrem Mann geplanten Museum einen Ehrenplatz finden, für das sie derzeit händeringend in Hirschau Räumlichkeiten suchen. Denn inzwischen sprengt die große Anzahl an Sammelobjekte die räumlichen Kapazitäten des Einfamilienhauses der Familie Hofmann.

„Wir haben Vitrinen und die Exponate, nur die Räume fehlen“, sagt René Hofmann etwas verzweifelt, die für jedes Angebot an potenziellen Museumsräumen dankbar ist. Michael Popp, der die derzeit laufende Bierkrugausstellung organisiert hat, erzählt, dass vor rund zwei Wochen unter den Steingutsammlern und Experten große Aufregung herrschte: Im Internet war für kurze Zeit ein Plakat aus der frühen Dorfner-Zeit aufgetaucht, das 279 Produkte der damaligen Steingutfabrik in grafischer Darstellung zeigt.

„Es handelt sich um das früheste der äußerst raren Dokumente, die uns einen Überblick über die Erzeugnisse im 19. Jahrhundert ermöglichen“, lässt Michael Popp wissen. Ein Fachmann habe das Dokument auf einen Zeitraum um 1840 taxiert. Bei dem Plakat handle es sich um einen Druck, der in der lithografischen Anstalt Ammersdörfer in Nürnberg hergestellt worden sei.

Dabei dürfte es sich um die ältesten der bisher bekannten Formen handeln, vermutet der Fachmann. Nachdem das Angebot bei Ebay nach wenigen Stunden wieder zurückgezogen worden war, freut sich Michael Popp jetzt umso mehr, dass das gute Stück zum großen Glück in Hirschau bei dem Ehepaar Hofmann gelandet ist. Der Verkäufer will im Übrigen anonym bleiben.

Unter den vielen Produkten auf dem Plakat, zu denen so skurrile Objekte wie „Uhrenhalter“, Tintenfässer und Urinschüsseln gehören, seien auch zwei Bierkrüge interessant. Popp ist überdies der Meinung, dieser überraschende Fund sei Anlass zur Hoffnung, dass es in Hirschau und Umgebung noch weitere, von den Besitzern meist unbeachtete Dokumente gebe. „Für die weitere Erforschung der Geschichte der Hirschauer Steingutfabriken sind solche Stücke von eminenter Bedeutung.“