Für den Bock entschieden

16.04.2013
Schlossgeist

Schlossgeist hat beim Starkbierfest im Gewölbekeller örtliche Prominenz im Visier

Hirschau. (gj) „Da Buachamoista spritzt a scho nimma, owa tropfn douda“, scherzte Karl Heinz Dirnberger (mit Hermann Seidl als „Weißblaue Boum“ für den musikalischen Teil zuständig) – obwohl Bürgermeister Hans Drexler beim O’zapf’n keinen Tropfen vergeudete. Zum achten Mal war im Hirschauer Schlossgewölbe Bockbierzeit angesagt. Anstich, Masskrugstemmen und der Schlossgeist gehörten ebenso dazu wie der Bock vom „Schloserer“, deftige Brotzeiten und passende Musik.

Zum Fasten gibt es entweder Wasser oder einen guten Bock. „Wir haben uns für den Bock entschieden“, betonte Braumeister Franz Dorfner. Zunächst hieß es aber wieder Maßkrugstemmen – und viele traten an.

Politik hält sich bedeckt

Die besten Frauen – Elfriede Scharl, Sonja Gebhard und Gertrud Kustner – hielten ihre Krüge knapp fünf Minuten. Bei den Männern waren es sechs Minuten, die Besten waren Karl Heinz Dirnberger, Konrad Meyer und Franz Birner. Natürlich gehört auch das Derbleckn zum Bock. Dafür ist der Schlossgeist zuständig.

Beide haben es in sich: Der eine macht den Kopf schwer, der andere gibt manch Großkopfertem Anlass zum Nachdenken – und allen anderen etwas zu lachen. Recht bedeckt hielten sich die Gemeindepolitiker, stellte der Geist fest, „die fürchten das Bockbierfest, da könnten’s Watschn kriegn“. Tatsächlich ließen sich viele Stadträte nicht sehen.

Das SEK (Städtebauliches Entwicklungs-Konzept) sei kurz vor Weihnachten im Einsatz gewesen, da „hamm’s zwecks Kanalarbeiten die Straß’ vom Lenz bis zum Pfab-Eck g’sperrt, weil da Kanal inkontinent war, as Wasser hat a halt nimma halten kinna“: Gut für den Schneiderbäck, „hat der auch was verkaufen können“. Bloß der „HB“ (Pfarrer Hans Peter Bergmann) habe „d’Nasen grümpft, weil seine eh schon spärlichen Kirchgänger gmeint ham, der Zugang zur Kirchen is gsperrt“.

Den „HB“ hat der Geist schon gern im Visier. Weil er halt immer Gesprächsstoff liefert. Der Bischof habe sich bei der Firmung auch nicht lang in Hirschau aufgehalten, ein Bier habe er getrunken, den Kaffee habe er schon im „gelobten Land“ (Ehenfeld) einnehmen wollen: Man munkle, dass er „Ehenfeld als Sprungbrett nach Rom benutzt – es liegt eben höher“. Apropos Sprungbrett. „Der Papst hat den Absprung gschafft: Herr Pfarrer, der weiß, wann’s genug ist. Hoffentlich nicht nur er. Die Menschen haben’s ihm gedankt“.

Kronprinzen am Start

Nächstes Jahr wird gewählt: Der Drexler gehe, Kronprinzen stünden schon am Start – „aber wer kommt in die Poleposition?“ Günter Amann, „der alte Haudegen is nimma scharf drauf, Sepp Birner wär’ kein Dummer, aber der hat des Feeling mit de Bürger noch nicht im Griff“. Stefan Bauer: Keine Fraktion, keine Aussicht auf Sieg, weder im Stadtrat noch im Pfarrgemeinderat.

„Es ist halt sinnlos, eine neue Pfeifenorgel in die Kirche einzubauen, wenn die größte Pfeife noch frei rumläuft und falsche Töne von sich gibt“. Birner gäb’s im Stadtrat genug, stellte der Schlossgeist fest, dazu auch noch die „Falksche Variante“. Aber der Große aus Ehenfeld ziehe auch nicht mehr so recht.