Georg Meier hat Wochen und Monate in Kanada verbracht

18.04.2013
Auswandern Kanada

Schnaittenbach. (ads) „Mein Traum war schon immer, einmal Kanada kennenzulernen. Jack London war mein Lieblingsautor und alle Bücher vom Goldrausch und Kanada die ich bekam, wurden gelesen“, erzählt Georg Meier aus Schnaittenbach, der sich als Auswanderer auf Zeit in den Norden Amerikas absetzte und sich damit seinen Traum erfüllte.

Ab in den Süden

Als er durch Zufall auf dem Bürgerfest in Schnaittenbach in der Weinlaube Uli Blass kennenlernte, der ihm erzählte, dass er geführte Reisen in Kanada organisiere, war sein Entschluss sofort gefasst: „Ich meldete mich und meine Frau zu einer dreiwöchigen Rundreise durch Kanadas Süden an.“ Im Sommer 2002 startete Georg Meier mit seiner Frau Rosalinde nach Vancouver, um durch British Columbia und Alberta in die Rocky Mountains mit den Nationalparks Banff, Jasper und Lake Louise zu fahren. Die letzte Woche verbrachten sie auf Vancouver-Island am Pazifischen Ozean mit Wal- und Seelöwenbeobachtungen – auch Grizzlys, Schwarzbären und Weißkopfseeadler waren zu sehen.

2006 folgte die zweite Kanada- Reise im achtköpfigen Team. Per Van ging es durch British Columbia und die Rocky Mountains. Der Besuch einer Lachszuchtstation beeindruckte ebenso wie die wilden Tiere Kanadas.

2007 sei laut Georg Meier dann die entscheidende Reise gekommen. Diesmal sei es für drei Wochen mit seiner Frau in den Norden Kanadas, ins Goldland am Yukon und Klondike, Whitehorse und Dawson-City gegangen. Von Whitehorse aus starteten die beiden auf dem Teslin eine zehntägige Kanufahrt zum Yukon. Mit fünf Kanus erlebten sie abenteuerliche Tage und abendliche Lagerfeuerromantik. Die alten Blockhütten und Schaufelraddampfer an den Flussufern gehörten zu den beeindruckendsten Erlebnissen. Nach zehn Tagen ging es in Carmacks an Land, die Kanus wurden gegen einen Van getauscht und weiter führte der Weg in den Norden. In Dawson-City versuchten sich die Abenteurer beim Goldwaschen in einer Goldmine.

Eis und Schnee im Mai

Im Dezember 2008, Georg Meier hatte sich in den Vorruhestand verabschiedet, fiel der Entschluss, 2009 am Marsh-Lake im Yukon sechs Monate zu verbringen. Als er dort ankam, regierte noch der Winter. Am Vatertag, 17. Mai, sei er noch mit dem Schneemobil auf dem zugefrorenen Marsh Lake herumgefahren, erinnert sich der Auswanderer auf Zeit. Aber dann sei es schnell gegangen: innerhalb von zehn Tagen war alles aufgetaut und vier Wochen später habe er bereits im See gebadet.

„In dieser Weite des Landes bist du ohne Auto aufgeschmissen, also habe ich mir einen 20 Jahre alten Allrad-Geländewagen gekauft, der mich im ganzen Yukongebiet bis nach Alaska und fast bis zum Polarkreis brachte“, berichtet Georg Meier. Auch 2010 machte er sich auf in die Nationalparks, um Tiere zu beobachten und um zu angeln. Er besuchte Country- Festivals oder ging auf Kanutour.

„Nachdem ich mich trotz meiner geringen Englischkenntnisse überall durchgeschlagen habe und ich von diesen Land so fasziniert war, habe ich versucht, ein Grundstück an einen einsamen See zu erwerben, um eine Blockhütte zu bauen.“ Der Plan scheiterte. „Entweder es war Indianerland oder es war Sperrgebiet, und so habe ich den Versuch aufgegeben, denn Land von Privat zu kaufen war teuerer als in Deutschland.“ 2012 ging es erneut nach Kanada: zwei Monate mit einem Rotel-Bus auf USA-Kanada-Reise.

Kanada daheim

„Ich vermute, dass es meine letzte Kanada-Reise war, obwohl ich von diesem Land fasziniert bin. Zum Auswandern bin leider zu alt – das hätte ich vor 30 Jahren machen müssen. Ein großes Problem ist auch die Sprache, denn ich habe nie Englisch gelernt und im Alter tut man sich sehr schwer ohne Vorkenntnisse“, meint Georg Meier und fügt hinzu: „Ich kann nur jeden raten, der so von Kanada begeistert ist wie ich, sich seinen Traum wie
ich zu erfüllen – aber noch in jungen Jahren.“

Inzwischen hat sich Georg Meier in seinem Wald nach seinem Plan vom Yukon eine Blockhütte gebaut.