Zum Gedenken an Jan Hus

10.06.2013
Gedenken

Pilgerzug macht im Juli auch in Kohlberg Station – Reformator war 1414 in der Kommune

Kohlberg. (jml) Es war eine düstere Epoche im ausgehenden Mittelalter, als der böhmische Reformator Jan Hus die schlimmen Zustände in Kirche und Staat kritisierte. Auf dem von König Sigismund einberufenen Konzil in Konstanz sollte er, geschützt durch dessen Freibrief, seine Lehren verteidigen können. Jedoch bewahrte ihn das königliche Schreiben dann doch nicht vor dem grauenvollen Tod auf dem Scheiterhaufen. Aus Anlass der 600-jährigen Wiederkehr wird von einer geschichtlich interessierten Gruppe die Reise des Reformators nachgestellt.

Die deutsch-tschechische Vereinigung der Städte mit hussitischer Geschichte und Tradition hat dafür die Schirmherrschaft übernommen. Nachdem letztes Jahr bereits die Strecke von Krakovec bis zur Landesgrenze durchzogen wurde, ist heuer vom 12. bis 20. Juli der Abschnitt von Bärnau nach Nürnberg vorgesehen. Die Organisation auf deutschem Gebiet haben Milada und Lothar Hülsmann aus Osnabrück sowie Bernd Eccarius vom Museum Bernau bei Berlin in den Händen. Die Pilgergruppe wird – teils in historischen Gewändern – zu Fuß, mit Pferd und Leiterwagen bevorzugt auf historischen Altstraßen unterwegs sein.

Wer möchte, kann sich gerne an der Pilgerreise beteiligen. Das Pott-Land wird ab Montag, 15. Juli, durchwandert, wenn die Gruppe von Etzenricht kommend auf der Goldenen Straße gegen 11.30 Uhr Kohlberg erreicht. Vom Ortsrand begleiten sie Lanzenträger der Laienspielgruppe „Kohlberger Räuber“ zum Rathaus. Dort wird in einigen kurzen Szenen das Leben in einem Köhlerdorf um 1400 herum wieder lebendig. Bürgermeister Rudolf Götz wird die Gäste willkommen heißen, der (damalige) Pfarrer heftig gegen die neuen Lehren des „böhmischen Ketzers“ giften und eine Wahrsagerin dem Reformator ein schlimmes Ende vorhersehen.

Gegen 13 Uhr, so das Programm, macht sich der Zug dann auf nach Kindlas. Um 18 Uhr wird zweiter Bürgermeister Sepp Falk am Hirschauer Rathaus die Gruppe zum Ende der Tagesetappe empfangen. Dienstag wird die Strecke bis Sulzbach-Rosenberg und am Mittwoch weiter nach Pommelsbrunn unter die Sohlen genommen. Mitwanderer auf diesem ungewöhnlichen Pilgerzug sind – wie gesagt – sehr erwünscht.