Kaolin Gestein des Jahres

12.06.2013
Gestein

Hirschau und Schnaittenbach als bayerische Repräsentanten ausgezeichnet

Hirschau/Schnaittenbach. (ads) Der Berufsverband deutscher Geowissenschaftler und die deutsche Gesellschaft für Geologen haben Kaolin zum Gestein des Jahres gewählt. Als bayerische Repräsentanten für das Kaolin wurden die Städte Hirschau und Schnaittenbach sowie der Verein Geopark- Kaolinrevier vom bayerischen Landesamt für Umwelt ausgezeichnet.

Als „Rock-Stars“ bezeichnete der Leiter des geologischen Dienstes am Landesamt für Umwelt, Dr. Roland Eichhorn, die zwei Kaolinstädte Hirschau und Schnaittenbach. Den beiden Bürgermeistern Hans Drexler (Hirschau) und Sepp Reindl (Schnaittenbach) überreichte er die Urkunden. Die Auszeichnung gibt laut Eichhorn allen Grund zur Freude. Denn in den nächsten 1000 Jahren werde diese in der Form nicht mehr vergeben. Eichhorn sagte, die beiden Städte würden nicht nur als Repräsentanten für das Gestein des Jahres ausgezeichnet, sondern auch für eine gelungene In-Wertsetzung einer Bergbau-Folgelandschaft. In vorbildlicher Weise sei noch während des Kaolinabbaus die Nachfolgenutzung eingeleitet worden.

Bergbau und touristische Nutzung würden Hand in Hand gehen, so Eichhorn. Den 120 Meter hohen Monte Kaolino bezeichnete er als „Symbol der gelungenen In- Wertsetzung einer Bergbau- Folgelandschaft“. Der „weiße Riese“ besteht aus 35 Millionen Tonnen Quarzsand, der bei der Verarbeitung des kaolinhaltigen Gesteins als Nebenprodukt angefallen sei. Die benachbarten Kaolingruben zählen seinen Worten nach zu den 100 bedeutendsten geologischen Naturwundern Bayerns und sind Bestandteil des Geoparks Kaolinrevier. „In Hirschau ist es in beeindruckender Weise gelungen, Bergbau für Freizeit und Natur gleichermaßen attraktiv zu machen“, betonte Eichhorn und verwies auf den Industriepfad I.Dort werde den Besuchern das Thema Kaolin – von der Entstehung über den Bergbau bis hin zum Rohstoff für die Industrie – näher gebracht.

Anerkennung zollte er auch der Kaolinstädtepartnerschaft, die auf Initiative von Bürgermeister Hans Drexler vor Jahren ins Leben gerufen wurde. Kaolin sei vor 250 Millionen Jahren entstanden. Damals habe ein flaches Meerbecken den Raum Hirschau und Schnaittenbach beherrschst. Flüsse aus dem Hochland schwemmten Körner aus Feldspat in das Becken. Diese verwitterten zu Kaolin.