Skelette und Kopfschmuck

13.06.2013
Ausgrabungen

Archäologen graben am ehemaligen Friedhof in Hirschau

Hirschau. (ads) Im Zuge der Marktplatzsanierung wird die Straße südlich der Stadtpfarrkirche erweitert, auf deren Höhe sich der ehemalige Friedhof befindet. Dass dort zahlreiche Menschen bestattet worden sind, war bereits vor Planungsbeginn bekannt.

Die Stadtverwaltung hatte deshalb die Dienststelle Regensburg des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege informiert. Archäologen haben mit Grabungen in dem ehemaligen Friedhofsbereich begonnen. Bislang wurden rund 45 Skelette freigelegt. Nach Angaben des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege sind es die Überreste von Männern und Frauen unterschiedlichen Alters.

Die Archäologen gehen davon aus, dass im betroffenen Abschnitt noch weitere 20 bis 30 Gräber zum Vorschein kommen werden. Deshalb dauern die Grabungen noch an, hieß es. Gefunden wurden bislang nicht nur Skelette, sondern auch ein Kopfschmuck aus Draht und ein Gürtel mit Metallbeschlägen. 1585 wurde der Friedhof von der Hirschauer Pfarrkirche an die Wallfahrtskirche der 14 Nothelfer verlegt.

Damit endeten die Bestattungen an dieser Stelle. Die Funde aus den Gräbern werden zur konservatorischen Behandlung in die Werkstätten des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege nach Regensburg kommen, informierte Dienststellenleiterin Dr. Silvia Codreanu- Windauer. Sie erhofft sich durch die Funde Informationen zum damaligen Totenbrauch.