Von der Wiese auf den Teller

10.02.2014
Von der Wiese auf den Teller

Kräuterführerin Sigrid Fischer stellt Brennnessel und Giersch vor

Hirschau. (ads) Überall in der Region wachsen beste Kräuter. Man muss nur wissen, welche genießbar sind. Kräuterführerin Sigrid Fischer gibt ihr Wissen über die Schätze am Weges-, Wiesen und Waldesrand an die Pottpourri-Leser weiter. Neben der Vorstellung verschiedenster Wildkräuter gibt es in dieser und den nächsten Ausgaben des „Pottpourri“ leckere Rezepte für entsprechende Delikatessen.

Brennnessel und Giersch bezeichnet Sigrid Fischer als „Stars“ unter den Wildkräutern. „Die Brennnessel, welche als hervorragende Stoffwechsel-Pflanze bekannt ist, hilft im Frühjahr die Schlacken des Winters aus dem Körper zu spülen.“ Die Brennnessel trägt überdies die Volksnamen Donnernessel und Hanfnessel. Dem Wildkraut wird ein hoher Gehalt an Flavanoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Vitamin A und C (bis zu sieben Mal mehr Vitamin C als eine Orange), Eisen, aber auch ein hoher Eiweißgehalt nachgesagt.

Zur Blutreinigung war die Brennnessel schon für Hippokrates, den berühmten Arzt der Antike, die wichtigste Pflanze. Was schon die Kräuterfrauen wussten und die alten Ärzte verschrieben, ist, die Brennnessel ist eine Heilpflanze zur Vermeidung von Blutarmut und Eisenmangel – was heute wissenschaftlich nachgewiesen ist.

Sie ist ein Vitalisierungsmittel für Leber, Bauchspeicheldrüse, Galle, Darm und Magen. Sie hilft bei Harnwegsinfektionen. Für Gicht- und Rheumakranke ist sie heilsam, da sie Harnsäure austreibt. Hippokrates riet Gicht- und Rheumakranken: „Nehme ein wöchentliches Vollbad mit dem Absud, trinke Tee und esse das Gemüse und trinke den Saft.“ Früher schlug man zudem betroffene Körperteile mit den frischen Nesseln.

Tradition hat die Brennnessel auch in der Tierheilkunde. Pferden gibt der Samen im Fressen Kraft und Feuer und das Fell wird glänzend. Getrocknete Brennnesselblätter sollte man Katzen und Hunden unter das Futter mischen. Ihr Fell wird widerstandsfähig und glänzend. Im Winter täglich ein Trockenbüschel Brennnessel für die Kühe und sie geben mehr Milch.

Auch für Hühner ist der unter das Futter gemischte Samen gut, sie legen mehr Eier. Die Pflanze fördert eine gesunde Aufzucht von Enten und Gänsen. Zudem leistet die Brennnessel im Garten wichtige Dienst. Es gibt kaum eine Pflanze, die so anhänglich ist wie die Brennnessel. Sie erobert die Gebiete, die zuvor von Menschen zerstört wurden oder wo Abfälle gelagert werden. Sie heilt den Boden, indem sie zu viel Stickstoff umwandelt und mit ihren langen, kriechenden Wurzeln den Humus für kommende Generationen.

„Auch der Giersch kann sich’ essen’ lassen“, meint die Kräuterfachfrau und erinnert: „Im Mittelalter, aber auch in neuerer Zeit wurde Giersch sowohl als Gemüse wie auch als Heilpflanze eigens angebaut. Mittelalterliche Quellen belegen, dass er in Kloster- und Bauerngärten eine natürliche Nutzpflanze war.“

„Brennnessel und Giersch nicht nur als Tee“ lautet der Praxisvortrag in Zusammenarbeit mit der VHS am Samstag, 26. April, um 14 Uhr im Kräutergarten mit Sigrid Fischer, bei dem sie nicht nur deren Wirkung den Teilnehmern näher bringt, sondern mit diesen auch Delikatessen zubereitet. Die Gebühr beträgt 6 Euro (inklusive Zutaten und Imbiss). Teilnehmerzahl: 15. Anmeldung bei der Stadt Schnaittenbach unter (09622) 702518.