Kulturelles Aushängeschild

10.02.2014
Kulturelles Aushängeschild

Musikzug Hirschau hat sich in den 60 Jahren seines Bestehens hervorragenden Ruf erspielt

Hirschau. (ads) Bereits 1814 soll nach Auskunft von Stadtheimatpfleger Sepp Strobl ein Musikcorps im Landwehrbatallion 5 ins Leben gerufen worden sein, welches in Hirschau stationiert war. Diese Musikanten hätten bis zur Auflösung 1869 das musikalische Leben in Hirschau bestimmt. Anschließend wurde die Musiktradition durch die Türmer der Stadt bzw. in losen musikalischen Gruppierungen fortgeführt. „So ist es nicht verwunderlich, dass nach dem Zweiten Weltkrieg wieder der Wunsch nach einer, festen Kapelle’ groß wurde“,sagt Sepp Strobl.

Die offizielle Gründung des Musikzuges geht auf das Jahr 1952 zurück. Der damalige Kaplan Wolfsteiner bat Josef Uschold, die Musik in Hirschau wiederzubeleben und einen Fanfarenzug aufzubauen. Am 1. Mai 1952 trat mit dem Hirschauer Fanfarenzug wieder eine eigene Musikkapelle am Marktplatz in Hirschau auf, in schwarzer Hose und weißem Hemd, der Uniform der Kolpingjugend. Der große Förderer der Jugend und damaliger Kaplan Schädel, ermöglichte es, den Fanfarenzug zum Spielmannszug auszubauen.

1967 trat der Spielmannszug zum ersten Mal mit der blauen Uniform auf. Mit der Tracht ändert sich auch allmählich die musikalische Richtung. Großen Anteil daran hatten Georg Häusler, Rolf Mader und Georg Meier, die lange Zeit die Ausbildung und die Musikproben leiteten. Um die musikalische Weiterentwicklung des Vereins zu beschleunigen beschloss 1973 die Vorstandschaft auch Mädchen in den Verein aufzunehmen.

Zwei Jahre später wurde unter der Betreuung von Gerlinde Königseder und Victoria Böller eine Majorettengruppe gegründet. Am 10. August 1975 trat die Majorettengruppe in Furth im Wald zum ersten Mal auf. Der Hirschauer Bevölkerung wurde die Majorettengruppe am 31. August 1975 anlässlich des Hirschauer Marktplatzfestes vorgestellt.

1977 trat auf dem musikalischen Sektor eine entscheidende Wende ein. Mit Hilfe des Musiklehrers Peter Feldmeier konnte der Schritt vom Spielmannszug hin zum Musikzug vollzogen werden.

1987 fand ein Generationswechsel statt. Der Gründer und langjährige Vorstand Josef Uschold zog sich zurück, und der musikalische Leiter Peter Feldmeier übernahm die Jugendblaskapelle in Rieden. Die neugewählte Vorstandschaft unter der Leitung von Werner Stein und Jürgen Schatz konnte Anton Lottner, einen jungen Dirigenten mit Militärmusikerfahrung, gewinnen. Unter seiner Leitung legten bereits viele Musiker die Jungmusikerleistungsabzeichen und Registerführerprüfungen im Nordbayerischen Musikbund ab. Zwei Musiker haben mittlerweile bereits die Prüfung als Laienmusik-Dirigenten abgelegt.

Seit 1987 hat der Musikzug einen eigenen Proberaum. Der Gastwirt und große Freund der Blasmusik Helmut Birner stellte im Keller des Josefshauses den jungen Musikern einen Raum zur Verfügung.

Im Jahre 2004 übernahm Annette Pruy – ein Eigengewächs des Vereins – die Leitung des Orchesters, und Andrea Enderer – ebenfalls im Verein „groß geworden“ – übernimmt die Nachwuchsausbildung.

Das Jahr 2013 brachte einen Generationswechsel in der Vorstandschaft. Mit Maximilian Stein wurde ein junger Musiker an die Spitze gewählt. Unterstützt wird er von Michael Meindl als sein Stellvertreter. Heute zählen überdies Musikgruppen aus Schottland, Frankreich, USA und Tschechien zum internationalen Freundeskreis, mitdenen ein reger Austausch stattfindet. Aber auch in der Heimat besitzt der Musikzug einen großen Freundeskreis in Nord und Süd.