Waldbild verändert sich

12.06.2014
Waldbild verändert sich

Waldbild verändert sich

Waldumbau im Stadtwald Schnaittenbach hat begonnen – Forstwirtschaftsplan als Grundlage

Schnaittenbach. (ads) Der Startschuss für den Waldumbau im Stadtwald Schnaittenbach ist gefallen, denn am Eichenberg wurde begonnen, erste geplante Maßnahmen des neuen, seit Januar 2014 gültigen Forstwirtschaftsplans für die städtischen Wälder umzusetzen.

Vor Ort für die Maßnahmen verantwortlich ist der Förster Christoph Lauerer vom Revier Hirschau am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Amberg. Wie viele andere Kommunen auch, hat die Stadt Schnaittenbach, die Bewirtschaftung ihrer Wälder vertraglich dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten übertragen, dem Nachfolger des früheren Forstamtes seit der Forstreform 2005.

Förster Christoph Lauerer hat nun die Aufgabe, die geplanten Maßnahmen aus dem neuen Wirtschaftsplan im Wald in Angriff zu nehmen. Nun erfolgte ein dreitägiger Arbeitseinsatz mit einem Harvester am Eichenberg in einem 150 Jahre alten Kiefernbestand. Hierbei konnten rund 300 Festmeter Holz geerntet werden. „Ziel ist es, den Wald am Eichenberg für die künftige Verjüngung aufzulichten", macht Forstoberrätin und Abteilungsleiterin Helga Verron am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Amberg bewusst. Die Maßnahme stehe nach ihren Aussagen ganz im Zeichen des Waldumbaus, da dieser lichte Kiefernwald im Herbst zum Teil mit Buchen und Eichen unterpflanzt werde, die dann im Schutz der alten Kiefern langsam zur nächsten Baumgeneration heranwachsen könne. Später solle das gepflanzte Laubholz mit Kiefernnaturverjüngung ergänzt werden, so dass ein Mischwald entstehe.

„Beabsichtigt ist, die städtischen Wälder im Zuge einer nachhaltigen Bewirtschaftung nach und nach für den prognostizierten Klimawandel fit zu machen, indem der Laubholzanteil auf geeigneten Standorten erhöht wird", betont Verron. Es sei nach ihren Aussagen erwiesen, dass Laubbäume mit einem wärmeren Klima besser zurechtkommen als Nadelhölzer. Trotzdem solle auf die Kiefer, den „Brotbaum" der Oberpfalz nicht verzichtet werden, sie werde auch künftig in den Wäldern der Stadt Schnaittenbach eine wichtige Rolle spielen.

Nicht zuletzt wegen der Risikostreuung sei eine breite Palette an standortgemäßen Baumarten, am besten in der Form gemischter Wälder, anzustreben, informierte die Forstoberrätin. Dadurch wird sich das Waldbild des Stadtwaldes mit derzeit zu 80 Prozent Kiefernwälder in Zukunft verändern: An die Stelle der heute vorherrschenden Nadelwälder werden verstärkt Mischwälder treten, wobei das intensivere Wurzelwerk der Laubbaumarten und ihr abfallendes Laub gleichzeitig zur Verbesserung der durch die früher praktizierte Streunutzung verarmten Waldböden beitragen.

Die Waldbäume sind vom Klimawandel unterschiedlich betroffen. Die natürliche Verbreitung der Buche in Europa lässt auf eine große Anpassungsfähigkeit dieser Baumart schließen, während die Fichte unter trocken-warmen Verhältnissen schnell an ihre Grenzen stößt. Bereits heute leidet die Fichte auf weniger geeigneten Standorten in den wärmeren Gegenden Bayerns unter Dürre-, Insekten- und Pilzschäden. Beispielsweise entstanden schon 2006 allein durch Borkenkäferfraß im westlichen Mittelfranken 2500 Hektar Kahlflächen.

Die geschwächten, angerissenen Wälder wurden dann im Folgejahr vom Sturmtief Kyrill heimgesucht und sind heute weitgehend zerstört. Die Baumart Fichte ist in diesem Raum nahezu völlig verschwunden.