Aus Kirgistan angereist

27.10.2014

Großeltern begleiten in Landestracht Enkelin zur Einschulung

Hirschau. (ads) Dass Eltern und Großeltern bei der Einschulung
 des wissbegierigen Nachwuchses mit dabei sind, ist nichts ungewöhnliches.
 Eher schon, dass Oma und Opa aus Kirgistan in Landestracht anreisen.
 „Es ist wirklich eine Seltenheit, dass Großeltern so einen weiten und sehr beschwerlichen
 Weg auf sich nehmen, um an der Einschulung ihres Enkelkindes teilnehmen
zu können, was darauf hinweist, wie wichtig in Kirgistan die Einschulung
und damit auch der Sprung vom Kleinkind zum Schulkind genommen wird“, sagte
Rektor Hans Meindl. Die besagten Großeltern wohnen in einem kleinen
Bergdorf und nahmen etwa fünf bis sechs Stunden Fahrt auf äußerst schlechten Wegen
in Kauf, um in die Hauptstadt Bischkek zu kommen und von dort nach Deutschland zu fliegen.
Auch größere bürokratische Hürden waren bei dem geplanten Besuch zu überwinden
gewesen. Es muss eine Einladung von einer Person aus Deutschland vorliegen,
damit die deutsche Botschaft in Kirgistan überhaupt eine Reiseerlaubnis ausstellt. Ferner
muss mit einigen Formularen die Rückkehrwilligkeit der Großeltern ins Heimatland
bescheinigt werden. Das alles haben die Großeltern in Kauf genommen, um
bei der Einschulung ihrer Enkelin dabei sein zu können. Das Schulsystem in Kirgistan
sagten sie, sei viel strenger. Dort gebe es keine spielerischen Möglichkeiten etwas
zu lernen. 37 Abc-Schützen, sechs mehr als im vergangenen Schuljahr, starteten am
ersten Schultag an der Hirschauer Grundschule in einen neuen Lebensabschnitt.