Fledermäusen auf der Spur

27.10.2014

Wanderung rund um Schnaittenbach anlässlich der Europäischen Fledermausnacht

Schnaittenbach. (ads) Als die Nacht hereinbrach, begann ein spannendes Naturschauspiel:
Die über 50 Teilnehmer an der Fledermauswanderung erlebten aus nächster
 Nähe, wie die sogenannten Kobolde der Lüfte auf Beutejagd gingen.
Die Veranstaltung von Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz rund
 um Schnaittenbach leitete der Fledermausexperte und Diplom-Forstwirt Rudi Leitl.
Die Exkursion anlässlich der Europäischen Fledermausnacht war ein voller Erfolg.
Die Natur zeigte sich an diesem Abend gut gestimmt und gab einen tiefen Einblick in
ihre Geheimnisse. Bei der Kontrolle der zahlreichen Fledermauskästen waren
schon vor Einbruch der Dunkelheit diverse Fledermausarten auszumachen.
Seit Jahren leitet Leitl in seiner Funktion als Gebietsbetreuer beim Landschaftspflegeverband
die Fledermauswanderung auf den Kohlberger Höhen. Die Tiere paaren sich bereits
im Herbst, bevor sie in die Winterlethargie verfallen. „Fledermausweibchen sind
nicht die Treuesten, denn sie statten zur Paarungszeit mehreren Fledermausmännchen
in ihren Quartieren Besuche ab“, stellte Leitl schmunzelnd fest. Um ihre Jungen
zur Welt zu bringen, richten sie sich mit anderen Weibchen sogenannten Wochenstuben
ein. Pro Jahr bringt es lediglich ein oder zwei Junge zur Welt.
„Je länger ich mich mit den Fledermäusen beschäftige, desto mehr Respekt bekomme
ich vor diesen Tieren, denn sie haben eine ausgezeichnete Geburtenregelung,
sind Top-Flieger mit einem hervorragendem Ortungssystem und verfügen über ein
sehr gutes Gedächtnis“, fasste Rudi Leitl zusammen. Die Spannung war groß, als der Fachmann den ersten Kasten
öffnete, in dem sich neun Fransenfledermäuse befanden. In einem der nächsten war dann ein Männchen der
Bechsteinfledermaus, die Laubwälder bevorzugt. „Wochenstubenkolonien der Bechsteinfledermaus gibt es
in den Buchenwäldern bei Sitzambuch und am Johannisberg, einzelne Männchen kommen aber auch in den
umliegenden Nadelwäldern vor“, erklärte Leitl. In einem weiteren Kasten fand sich eine Paarungsgruppe
vom Großen Mausohr. Rudi Leitl dazu: „Die Männchen halten sich meist einzeln in Baumquartieren oder
ersatzweise in Fledermauskästen auf und erhalten jetzt im Spätsommer und Herbst Damenbesuch.“ Im Landkreis
gibt es vier Wochenstuben dieser Art, jeweils eine in den Kirchen von Hahnbach, Neukirchen, Hausen
und Hohenburg. Bei Einbruch der Dämmerung ging es zum Waldweiher, wo die Teilnehmer
Zwerg- und auch eine Wasserfledermaus bei ihrer Beutejagd beobachten konnten.
Per Detektor transportierte Rudi Leitl die Ultraschallrufe in den für den Menschen
hörbaren Bereich, knatternde Geräusche waren dabei zu vernehmen. Im Schein der Taschenlampe
verfolgten die Teilnehmer die wendigen Flugmanöver der kleinen Luftakrobaten bei der
Jagd nach Mücken und Nachtschmetterlingen.