Demenz kein Grund für Passivität

Demenz kein Grund für Passivität

Viele Beschäftigungs-angebote in verschiedenen Krankheitsstadien im Seniorenzentrum Evergreen

Schnaittenbach. (ads) „Wer rastet, der rostet“, dieser Spruch ist Allgemein gut und trifft sowohl auf die Körperfitness als auch auf die geistige Leistungsfähigkeit im Alter zu. Für Menschen, die mit einer Demenz leben, ist Aktivität ein wichtiger Baustein zum möglichst langen Erhalt der Fähigkeiten und zur Steigerung der Lebensfreude.

Wie diese Aktivität im Phönix Seniorenzentrum Evergreen aussieht, welche Vorschläge und Anregungen von Angehörigen und Pflegenden dazu gemacht werden können, ist sehr von den individuellen Vorlieben, der Krankheitsphase und von den körperlichen Einschränkungen der Betroffenen abhängig. In der frühen Phase einer Demenz geht es vor allem darum, Aktivitäten zu finden, die Spaß machen und durch die Krankheit wenig eingeschränkt sind.

Wenn die Krankheit weiter fortschreitet, geht die Fähigkeit, sich selbst zu beschäftigen, zunehmend verloren, ebenso wie die Möglichkeit komplexe Aufgaben zu bewältigen. Manche Demenzkranken entwickeln in dieser Zeit eine große Anhänglichkeit, sie folgen ihren Angehörigen auf Schritt und Tritt. Andere ziehen sich sehr zurück, werden fast apathisch und sind oft in sich versunken. Wieder andere sind häufig unruhig oder auch aggressiv. In dieser Phase bietet das Betreuungsteam geeigneten Beschäftigungsangeboten, die einerseits die schwierigen Verhaltensweisen der Kranken positiv beeinflussen und andererseits ihre Stimmung verbessern und Lebensfreude wecken.

Nicht immer sind einfache Gesellschaftsspiele wie „Mensch ärgere Dich nicht“ das Richtige. Körperlicher Unruhe und depressiven Verstimmungen begegnet man besser mit körperlichen Aktivitäten, Spaziergängen oder Gymnastik. Bei Musik und Tanzen erlebt man oft erstaunliche Beweise für noch vorhandene und aktivierbare Kompetenzen.

Auch Menschen mit Demenz wollen das Gefühl haben, etwas Sinnvolles zu tun und sich nützlich zu machen. Reine Beschäftigungsangebote und Spiele werden deshalb manchmal nicht angenommen. Stattdessen kommen einfache Tätigkeiten im Haushalt oder im Garten in Frage wie Servietten falten, Handtücher zusammenlegen, Gemüse oder Obst putzen und klein schneiden, Blumen einpflanzen oder gießen oder auch Handarbeiten. Hochbeete im Garten und ein Pflanzwagen im Wintergarten bieten Möglichkeiten dazu.

In der letzten Phase der Demenz, wenn die Kranken auch körperlich nur noch wenig mobil sind, muss Aktivierung immer stärker von außen erfolgen. Dabei geht es in erster Linie um eine Anregung der Sinne und Sinneswahrnehmungen, wie sie zum Beispiel durch die Basale Stimulation erfolgt. Besonders wichtig ist dabei die Berührung, die einerseits Nähe herstellt, andererseits den Kranken ein spüren des eigenen Körpers und seiner Grenzen ermöglicht.

Der Geruchssinn kann durch intensive angenehme Gerüche stimuliert werden, wie dem Duft nach frisch gebackenem Brot, frischem Kaffee, Blumen, Zitrusfrüchten, Kräutern und vielem mehr. Auch das Hören ist wichtig. Selbst wenn keine sichtbare Reaktion erfolgt, nehmen Demenzkranke Sprache, Musik und besonders Rhythmen wahr. Diese Art der Anregung hilft, den Kranken, die sich zunehmend verloren fühlen, ein Gefühl von Sicherheit und Kontakt mit der Außenwelt zu ermöglichen.

„Wir probieren täglich aus, was aktuell den Bedürfnissen und Fähigkeiten unserer Bewohner entspricht, welche Aktivität zu den Lebensgeschichten passen, und vor allem, was den Senioren Spaß macht. Wir lassen unsere Fantasie spielen, entwickeln eigene Ideen und testen sie. Dann zeigen sich manchmal Fähigkeiten, die man den Senioren gar nicht mehr zugetraut hätte“, erläutert Pflegedienstleitung Regina Hofmann das Betreuungs- und Beschäftigungsangebot ihrer Einrichtung.

Unterstützung erhält die Pflege von den acht Mitarbeiterinnen. Dieser Sozial- und Betreuungsdienst für die Senioren wird nicht nur im beschützten Demenzwohnbereich sondern auch in den allgemeinen Wohnbereichen für die Senioren tätig.