Mit glücklichen Hühner auf Titeljagd

Mit glücklichen Hühner auf Titeljagd

Gerhard Heindl holt bei der Europaschau der Geflügelzüchter ersten Platz

Schnaittenbach. (ads) „Nach einer langen Züchterodyssee und einer noch längeren Suche nach der passenden Hühnerrasse, habe ich in den Zwerg-Wyandotten in den Farbschlägen weiß und schwarz das richtige Hühnervolk für mich gefunden“, freut sich Gerhard Heindl, der sich bei der Europaschau der Geflügelzüchter im französischen Metz Ende des vergangenen Jahres den Titel Europachampion mit einer seiner Zwerg-Wyandottenhennen im Farbschlag weiß geholt hat. Dieser Tage hat er mit der Urkunde den Züchtererfolg schwarz auf weiß bekommen.

Glücklich scheint nicht nur der erfolgreiche Züchter zu sein, sondern auch seine Hühner und Hähne. Das ist nicht verwunderlich, denn Gerhard Heindl hält seine Hühner auf weitläufigen 550 Quadratmetern, auf denen neun Voliere für den Züchterstamm untergebracht sind und vier Voliere für die Jungtiere, sodass alle Tiere über ausreichend Auslauf verfügen. Auf die Frage, was ihn an der Rasse der Zwerg-Wyandotten so fasziniert, meint der erfolgreiche Züchter: „Die Wyandotten haben ein sehr ruhiges Wesen und strahlen in ihrer Art eine gewisse Lebensfreude aus, die auch auf den Menschen ansteckend wirkt“. Heindl fügt hinzu, dass sie leicht ohne hohe Umzäunung zu halten seien und zudem bei rund 140 Eiern im Jahr sehr legefreudig seien.

Bereits 1978 hat Gerhard Heindl als Sechsjähriger mit dem Züchten von Zwerg-Bantamhühnern angefangen. „Mit dem Hobby der Geflügelzucht trat ich in die Fußstapfen meines Opas Alfons Heindl, der der Mitbegründer des Geflügelzuchtvereins Schnaittenbach-Hirschau war und mich dort als Kind auch schon als Mitglied angemeldet hat“, ließ Gerhard Heindl wissen. Nach vier Jahren Hühnerzucht reizte Gerhard Heindl die Taubenzucht und er startete einen Versuch mit schwarzen Deutschen Schautauben, die allerdings mit der Hühnerzucht nicht vereinbar war. Als Jugendlicher des Züchtens müde, begann er 1986 eine Züchterpause. Gerade fünf Jahre währte diese, als er sich 2003 von der Zucht der imposanten Zwerg-Kraienköppe begeistern ließ. „Schnell stellte ich fest, dass die stürmische und flugfreudige Rasse nicht die meine war“, erinnert sich Heindl.

Er sah sich nach einer ruhigeren Rasse um und stieß im selben Jahr noch auf die Zwerg-Wyandotten silberhalsig, die nach seinen Aussagen allerdings nur schwer zu bekommen seien und deren Züchtung sich schwierig gestalte. Das ruhige Wesen dieser Rasse gefiel Gerhard Heindl allerdings und so stieg er 2004 auf die Zwerg-Wyandotten um, bis er 2010 bei der für ihn idealen Zwerg-Wyandottenart mit Farbeinschlag schwarz landete.

Heute hat er einen festen Bestand von 15 Stück dieser Hühner mit Hähnen. Bereits im ersten Züchterjahr fielen aus dem schwarzen Farbeinschlag zwei weiße Hennen, zu denen sich Heindl bei der nationalen Geflügelausstellung in Frankfurt einen Hahn besorgte, um nun auch die Züchtung dieses weißen Farbeinschlags zu forcieren. „Mit einem guten Grundstock und viel Glück ging die Züchtung der weißen Zwerg-Wyandotten zügig voran“, freut sich der erfolgreiche Züchter. Bis heute hält er neben den schwarzen Hennen mit Hähnen, 20 weiße Hennen mit Hähnen als festen Bestand, wobei die jährliche Nachzucht bei 60 Tieren liegt, die bei Ausstellungen im In- und Ausland verkauft werden.

Einer seiner weißen Junghennen holte sich dann bei der Europameisterschaft der Geflügelzüchter im französischen Metz den Titel Europachampion bei Einzelhennen Ende des vergangenen Jahres. Die dazugehörige Urkunde flattert Gerhard Heindl dieser Tage mit der Post ins Haus. Bereits im Oktober 2015 holte sich der erfolgreiche Züchter mit sechs seiner Wyandottenpärchen den Titel Bayerischer Meister in Kulmbach. Direkt vor den Schauen erhalten die Schautiere eine dreifach Wäsche: Zuerst erfolgt eine Grundwäsche, die Gerhard Heindl mit Weißer Riese Mega Pearls vornimmt. Ein Spülgang mit lauwarmen klarem Wasser folgt, um die Wäsche mit einem Bad in Essigwasser abzurunden und die Federstruktur damit zu festigen.

Danach werden die Vögel in ein weiches Handtuch gewickelt, aus dem sie sich nach Laune selbst befreien können. Ein Trockengang je nach Wetterlage in der Sonne oder unter der UV-Lampe von drei bis vier Stunden schließt sich an. „Die Hühner lassen sich das Bad gerne gefallen und entspannen sich sichtlich dabei“, weiß Gerhard Heindl. Um eine gute Fahrt zu den Schauen zu garantieren, die oft mehrere Stunden dauert, werden die Tiere in Transportkörbe verladen.

„Wenn auch die Teilnahme an den Schauen zeit- und kostenintensiv ist, so wird man dort entlohnt, wenn man mit seinen Züchtungsergebnissen Preise holt oder die Nachfrage nach der Hühnern aus dem eigenen Stall bei den anderen ausgezeichneten Züchtern teils aus ganz Europa groß ist“, sagt Gerhard Heindl.