Bürger begehren andere Parkregelung

Forderung nach Schaffung von Kurzzeitparkplätzen rund um das Hirschauer Rathaus

Hirschau. (u) Auswärtige halten die Regelung schon mal für eines der sogenannten „Stückeln“, mit denen die Hirschauer einen gewissen überregionalen Bekanntheitsgrad erlangt haben. Die Rede ist davon, dass das Parken außerhalb gekennzeichneter Flächen – also auf dem gesamten Marktplatz verboten ist. Dagegen regt sich nun Widerstand. Die neue Parkregelung könnte Gegenstand des ersten Bürgerbegehrens in der Geschichte der Stadt Hirschau werden.

Allem Anschein nach hat der Stadtrat bei seiner Parkregelung „die Rechnung ohne den Wirt – sprich die Geschäftsinhaber rund um den Marktplatz und vor allem die Autofahrer – gemacht. Jedenfalls scheren sich viele Fahrzeuglenker herzlich wenig bis gar nicht um das Halteund Parkverbot auf dem Marktplatz. Sie stellen ihre Autos reihenweise auf den verbotenen Flächen ab und begehen damit eine Ordnungswidrigkeit.

Binnen zwei Wochen trugen sich 911 Bürger in Unterschriftslisten ein und unterstützten die Forderung nach der Schaffung von Kurzzeitparkplätze. Wolfgang Stöhr, Sprecher der Initiative, schließt ein Bürgerbegehrens nicht mehr aus, nachdem der Stadtrat der Unterschriftenaktion bislang wenig Gewicht beigemessen hat.

Nach Recherchen der Initiatoren gibt es zwischen Raiffeisenbank und Sparkasse auf der Südseite der Hauptstraße bis zum Gasthaus „Goldenes Lamm“ 75 markierte Parkplätze, auf denen das Parken bei eingelegter Parkscheibe bis zu zwei Stunden erlaubt ist. Für diese Flächen können sich Anwohner zum Preis von jährlich 45 Euro ein
„Rund-um-die-Uhr-Parkrecht“ sichern.

Derzeit sollen rund 40 Anwohner davon Gebrauch machen. Im genannten Bereich befinden sich Rathaus, Post, Banken, Gaststätten
und Cafés, Apotheken, Zahnarzt- bzw. Physiotherapiepraxen sowie 19 Fachgeschäfte und Dienstleister, die alle Publikumsverkehr haben und auch benötigen.

Der Parkraum sei deutlich zu knapp. Dadurch sei das Abwandern von Kunden, Geschäftsaufgaben, der Verlust von Arbeitsplätzen und letztlich das Aussterben der Innenstadt vorprogrammiert. Diese Sorge teilt Werner Huber, Inhaber des Optik-, Uhren- und Schmuckgeschäftes, genauso wie Robert Widmann vom Frisörsalon Rossi oder Karin Oettl, Angestellte im Schuh- und Lottogeschäft, und Heidi Lingenhöhl, Inhaberin der Modeboutique Dobmeyer.

Sie erinnern daran, dass während der Sanierungsmaßnahme die Inhaber einzelner Geschäfte ohnehin Umsatzeinbußen bis zu 60 Prozent verkraften mussten.

Zu Jahresanfang flatterte den Haushalten bereits eine Broschüre der Stadtverwaltung ins Haus: „Verkehrsregelung in der Hirschauer Innenstadt!“ Auf vier Seiten wird erläutert, wo nach Beschluss des Stadtrats in der Innenstadt das Halten und Parken erlaubt und wo es verboten ist.
Es gibt in diesem Zusammenhang die Vermutung, der Stadtrat habe es mit der Parkplatzregelung gar nicht ganz so ernst gemeint. Auf der Titelseite der Info-Broschüre steht nämlich Wort für Wort: „Verkehrsregelung in der Innenstadt – das sollten Sie beachten!“ Von müssen ist nicht die Rede.