Wirken im Hintergrund

Steingut-Ausstellung in Hirschau mit Designarbeiten von Siegfried Möller

Hirschau. (u) Kunstpädagoge Michael Popp ist der Initiator einer Ausstellung, die sich mit den Designarbeiten von Siegfried Möller beschäftigt. Die Ausstellung ist in der Alten Mälzerei beim Pflegschloss aufgebaut. Sie wird vom Festspielverein betreut
und ist jeden Sonntag von 15 bis 17.30 Uhr geöffnet. Michael Popp und Pfarrer Klaus Haußmann bieten abwechselnd um 15 Uhr eine Führung an. Der Eintritt ist frei.

Von 1826 bis 1956 währte
die Ära der Hirschauer Steingutfabriken. Aus deren 130-jähriger Geschichte sind nur wenige Namen von Designernbekannt. Neben der international renommierten Eva Striker-Zeisel dürfte Siegfried Möller der wichtigste gewesen sein. Die an dem Projekt beteiligten Sammler und Experten können die Vielfalt der Entwürfe von
Siegfried Möller, der von 1923 bis 1926 in der er Steingutfabrik für hervorragende Entwürfe stand, für Hirschau ziemlich vollständig durch Originalobjekte belegen.


Was bisher fehlt, noch nirgends aufgetaucht ist, sind eine bestimmte Art von Blumenübertöpfen und eine runde Deckeldose, wie sie in damaligen Publikationen abgebildet waren. Die Abbildungen sind dem Katalog aus dem Jahr 1928 entnommen, der von der aus Hirschau stammenden und heute in Amberg lebenden Familie Siegert zur Verfügung gestellt wurde und den Experten eine wertvolle Hilfe war. „Die Ausstellung „Siegfried Möller – Keramikentwürfe für Hirschau“ ist ein Juwel und von so hoher Qualität, dass sie auch in München stattfinden könnte!“ Michael Popp, Initiator und Organisator der Ausstellung, erntete für seine Aussage ungeteilte Zustimmung bei den rund 50 geladenen Gästen, die zur Eröffnung in die Alte Mälzerei gekommen waren.

Zu der illustren Runde, die der Festspielvereinsvorsitzende Hans Drexler begrüßte, gehörten neben Sponsoren und Leihgebern anerkannte Experten wie Pfarrer Klaus Haußmann und der Hamburger Volker Zelinsky. Er arbeitet an einer Dissertation über die Steingutfabriken des Carstens-Konzerns, zu denen die Hirschauer Betriebe von 1918 bis 1938 gehörten. Drexler betonte, dass sich das kulturelle Engagement des Vereins nicht auf die Stückl Festspiele und die Kirwa- Mitwirkung beschränkt. Man habe rund 85 000 Euro in Sanierungsmaßnahmen in der Mälzerei gesteckt. Größter Brocken sei der Ausbau des Erdgeschossgewölbes zum Steingutausstellungsraum gewesen.