Baum steht fast gerade

Rund um den Kirwabaum wird in Hirschau zwei Tage lang Kirchweih gefeiert

Hirschau. (u) Zwei Tage lang feierten die Hirschauer Kirwa und mit ihr den 167. Weihetag der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Unter der Regie von Christian Gnan sorgten der Pfarrgemeinderat, der Musikzug und vor allem die Mitglieder des Festspielvereins dafür, dass das Brauchtumsfest gebührend gefeiert werden konnte.

Letztere hatten das Festzelt, die Grillbude, die Schankanlage und die Biergarnituren aufgebaut. Los ging es mit dem Aufstellen des Kirwabaumes. Bürgermeister a.D. Hans Drexler hatte den 18 Meter hohen Riesen im Stadtwald am Kalvarienberg ausfindig gemacht, gefällt und hergerichtet.

Bei der Zeremonie im Schlosshof hörte alles auf Drexlers Kommando, auch sein Amtsnachfolger Hermann Falk. Nach exakt 38 Minuten und 34 Sekunden ragte das Kirwasymbol fast senkrecht – mit einem leichten Drall in Richtung Gebenbach – in den Himmel. Für Hans Drexler kein Problem: „Mir hob'n Westwind. Der hot den Baum no alle Johr a weng in Richtung Schnoittenboch druckt. Dann stöiht er kirzagrod!" Das leuchtete allen ein. Ab dem frühen Abend wurde es dann eng an den Biertischen. Die Verpflichtung der „Staaleithn Musi" erwies sich als Glücksgriff.

Bei ihrem Einstand in Hirschau spielten die zehn Musikanten, unter ihnen die Hirschauerin Saskia Krügelstein, ohne Verstärker zünftig auf, gingen musizierend durch die Reihen und sorgten mit bodenständigen Klängen für beste Stimmung. Der von Annette Pruy-Semsch dirigierte Musikzug ließ am Sonntag den von Ruhestandspfarrer zelebrierten Festgottesdienst zu einem musikalischen Erlebnis werden. Angeführt vom Musikzug ging es zum Schlosshof. Unter den Gruppierungen mit ihren Fahnenabordnungen waren die Mitglieder des Festspielvereins in ihren Biedermeierkostümen ein besonderer Blickfang.

Die Pfarrgemeinderatsmitglieder sorgten dafür, dass sich die Gäste beim Frühschoppen ihre Weißwürste und Brezen und eine Halbe schmecken lassen konnten, dies alles zu den schmissigen Klängen des Musikzugs.

Am Nachmittag schlug St. Petrus den Kirwabegeisterten mit einem Regenschauer ausgerechnet zur Kaffeezeit ein Schnippchen. Als dann später mehr oder minder Dauerregen einsetzte, überlegte es sich doch der eine oder andere, ob er seinen gemütlichen Wohnzimmersessel verlassen und zur Kirwa gehen sollte.