Zeitzeugen berichten

Leben rund um die Hirschauer Steingutfabriken dokumentiert

Hirschau. (u) Das große Besucherandrang in der Keramik-Sonderausstellung Siegfried Möller, die seit Mitte September in der alten Mälzerei gezeigt wurde, bestätigt, dass das Interesse an den einst in den Hirschauer Steingutfabriken hergestellten Produkten sehr groß ist.

Auch an die Menschen zu denken, die dort gearbeitet haben, ist ein Anliegen der Keramikmuseum-Initiatoren Kulturdirektor a.D. Michael Popp und Altbürgermeister Hans Drexler. Etliche von ihnen, die in der letzten, bis Dezember 1956 dauernden Phase unter Alois Luckscha als Malerinnen, Glasierer, Brenner, Bürokräfte usw. in der Keramik tätig waren, leben noch.

Aber die Zeitzeugen werden immer weniger. Mit den Menschen gehen allmählich die Erinnerungen an die Zeit verloren, als die Steingutfabrik nach dem Zweiten Weltkrieg in der Zeit des Wirtschaftswunders noch einmal florierte und den Hirschauern einen gewissen Wohlstand brachte. Begleitend zur Möller-Ausstellung waren in der alten Mälzerei sieben Informationstafeln zu sehen, auf denen frühere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über ihre Arbeit in der „Keramik" berichten. Um dem Vergessen entgegenzuwirken, werden diese Bestandteil der Dauerausstellung sein, die der Festspielverein am gleichen Ort ab Januar 2017 einrichtet. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass über diese Erinnerungsstützen
hinaus bei manchen „Ehemaligen" oder deren Familien verstreut noch Fotos vorhanden sind, die vom Leben in der Fabrik berichten.

Meistens handelt es sich um Gruppenaufnahmen von Pausensituationen, Geburtstagsfeiern oder Jubiläen. Die Initiatoren des Museums würden es sehr begrüßen, wenn sie weiteres Fotomaterial zur Verfügung gestellt bekämen. Dann könnte neben der Steingutsammlung, auch ein Fotoarchiv entstehen, das an die Menschen und ihre Arbeit erinnert, die diese Produkte gefertigt haben.

Nähere Informationen bei Hans Drexler, Telefon (09622) 3651 oder Michael Popp, Telefon (0911) 646790.