Fast 20 Jahre lang am Ruder

Vor 50 Jahren verstarb Kohlbergs Bürgermeister Anton Krügelstein

Kohlberg. (war) Die Marktgemeinde Kohlberg erinnert sich derzeit an den ehemaligen Bürgermeister Anton Krügelstein, der am 26. Januar
1967 verstarb und fast zwei Jahrzehnte mit Umsicht die Geschicke der Marktgemeinde geführt hatte.

Am 28. November 1898 in Kohlberg geboren, verbrachte er dort auch seine Kinderund Jugendzeit im Anwesen der Eltern. Den 1. Weltkrieg erlebte überlebte Krügelstein als Soldat in Frankreich mit einer schweren Verletzung. Nach Frankreich und in andere Länder führte ihn sein Lebensweg später im Rahmen seiner Militärzeit auch während des 2. Weltkrieges.

In einem Nachruf im „Neuen Tag" von Januar 1967 wird Krügelstein so charakterisiert: „Gerade sein stilles, sorgendes Wesen und Auftreten in der Öffentlichkeit befähigte ihn dazu, dass er von der Kohlberger Bevölkerung 1948 zum ersten Bürgermeister gewählt wurde. Beinahe 20 Jahre bis zu seinem Tode leitete er die Geschicke des Marktes".

Unter der Federführung Krügelsteins und seiner zielstrebigen, anpackenden Arbeit entwickelte sich die Ortschaft weiter. Als größere und in dieser Zeit fundamentale Bauprojekte wurden der Erweiterungsbau der Wasserleitung mit einem Tiefbrunnen, der Bau der Straßen und der Wasserleitung in die Ortsteile Röthenbach und Schlemm verwirklicht.

1958 wurde auf dem Marktplatz das schöne und moderne Rathaus gebaut und die Kanalisation realisiert. In den Nachkriegswirren kümmerte sich der Bürgermeister mit Elan um die Unterbringung und Eingliederung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, vor allem im Gemeindebereich „Schlemm". Später bot er die ersten Bauplätze für Häuslbauer an.

Einen weiteren „Leuchtturm" von Krügelsteins Schaffen bildete der Neubau des Schulhauses. Leider blieb dem Bürgermeister die Teilnahme an der Einweihungsfeier im Frühjahr 1967 verwehrt. Nach achtwöchigem Krankenhausaufenthalt verstarb er als amtierendes Gemeindeoberhaupt, seine Ehefrau Maria war ihm ein Jahr zuvor im Tode vorausgegangen. Auf Antrag eines seiner Nachfolger, Karl Prösl, benannte der Kohlberger Marktrat anlässlich dessen 100. Geburtstags sein „Hauptwerk" einstimmig in „Anton-Krügelstein-Schule". Sicher hatte der Initiator nicht erwartet, dass dort im Juli 2005 der letzte Unterricht stattfinden würde.

Politisch zählte Krügelstein zur SPD, hatte aber – wie in der Nachkriegszeit häufig vorkommend – mangels Zustandekommen einer eigenen Bewerberliste auch bei der Wählergemeinschaft UPW kandidiert. Mit Erfolg, denn er feierte 1948, 1952 und 1956 deutliche Wahlsiege gegen die Konkurrenten um den Bürgermeistersessel.

In den Jahren 1960 und 1966 blieb Krügelstein ohne Gegenkandidat. Aus dem Archiv von Karl Prösl ist der Wahlslogan aus 1948 überliefert: „Ob schwarz, ob rot, ob groß ob klein, alles wählt Anton Krügelstein".