Tonnenweise gute Taten

Am 8. April ist zum 50. Mal Kolping-Altkleidersammlung

Hirschau. (u) Am 9. März 1968, zu einer Zeit als die Begriffe Nachhaltigkeit und Recycling noch mehr oder weniger Fremdwörter waren, im Müll kaum jemand Wertstoffe vermutete und daher so gut wie niemand Mülltrennung praktizierte, organisierte der vor kurzem verstorbene Ehrenvorsitzende der Kolpingfamilie, Adolf Wisgickl, die erste große Altkleider- und Altpapiersammlung für das Gebiet des damaligen Katholischen Dekanats Hirschau.

Bei der Bevölkerung stieß die Aktion auf überaus positive Resonanz. Vom Premierenerfolg angespornt, entschloss man sich, die Sammelaktion alljährlich im Frühjahr und im Herbst auf die Beine zu stellen. Sie ist bis heute ein echter Renner.

Bis zu seiner Erkrankung im Jahr 2009 fungierte Adolf Wisgickl als Chef-Organisator. Danach übernahm Walter Widder die Aufgabe. Am 8. April gibt es nun ein Jubiläum: Die Aktion geht zum 50. Mal über die Bühne.

In all den Jahren wurden nicht weniger als rund 1 550 Tonnen Altkleider und 4 700 Tonnen Altpapier gesammelt. Hierin enthalten sind auch die Altmaterialien, die das Jahr über samstags in der Altkleidersammelstelle abgeliefert wurden. Auch diese wurde von Adolf Wisgickl eingerichtet – zunächst vor 38 Jahren im Nebengebäude des Pfarrhofs. Sit 30 Jahren ist sie im Obstverwertungsstadel an der Wolfgang-Droßbach-Straße zu finden.

Da mit dem ökologischen Engagement der Aktion immer auch ein soziales verbunden war, wurden die Sammlungserlöse stets gemeinnützigen und caritativen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Zwischenzeitlich beziffert sich die Spendensumme auf nahezu 250 000 Euro!

Am 8. April heißt es für die freiwilligen Helfer wieder kräftig anpacken. Ab 8 Uhr werden sie unterwegs sein, um das Sammelgut von Haus zu Haus bzw. an den bekannten Sammelstellen abzuholen. Mitgenommen werden Altkleider und Textilien sowie gebündeltes, fest verschnürtes Altpapier.

Angefahren werden folgende Orte: Hirschau, Ehenfeld, Kindlas, Massenricht, Rödlas, Obersteinbach, Untersteinbach (alle Sammelstelle Feuerwehrhaus Massenricht), Dienhof, Kricklhof, Weiher, Wutschdorf, Freudenberg, Lintach (Sammelstelle Feuerwehrhaus), Pursruck, Krondorf, Urspring, Steiningloh, Burgstall, Gebenbach (Sammelstelle Gemeindehaus), Kainsricht, Atzmannsricht, Groß- und Kleinschönbrunn und Krickelsdorf.

Zum 50-Jährigen haben sich Kolpingvorstand Siegfried Schorner und Sammlungsleiter Walter Widder etwas Besonderes einfallen lassen. Nach getaner Arbeit findet um 11.30 Uhr im Pfarrheim an der Kolpingstraße eine Feier statt.

Zum Jubiläumstreffen sind nicht nur die aktuellen Helfer eingeladen, sondern alle, die in den zurückliegenden 50 Jahren bei der Sammelaktion mitgearbeitet haben – egal, wie oft das der Fall war und unabhängig davon, ob man Mitglied der Kolpingfamilie ist oder nicht. Nach einem gemeinsamen Mittagessen zeigt eine Delegation der in Geisenhausen ansässigen Entsorgungs- und Recyclingfirma Wittmann einen Film über ihre Betriebsabläufe.