llona Obermeier sagt leise Servus

Zehn Jahre Elternbeiratsvorsitzende der Freudenberger Schule

Freudenberg. (u) Mit dem Schuljahr 2016/2017 ging an der Freudenberger Grund- und Mittelschule eine Ära zu Ende – die der Elternbeiratsvorsitzenden Ilona Obermeier. Der Grund: Ab Herbst besucht kein Obermeier-Sprössling mehr die Schule.

Obermeiers Elternbeirats-Laufbahn begann im September 2005, als sie erstmals in das Gremium und dort zur Schriftführerin gewählt wurde. 2007 erfolgte die Wahl zur Vorsitzenden. Zehn Jahre lang wurde sie, jeweils einstimmig, in diesem Amt bestätigt.

Rektor a.D. Werner Schulz, in dessen Schulleiter-Zeit acht der zehn Vorsitzenden-Jahre von Ilona Obermeier fielen, bezeichnete sie einmal als „Glücksfall für die Freudenberger Schulfamilie". Als solcher erwies sich die Vorsitzende schon wegen ihres Ideenreichtums und ihres geradezu genialen Organisationstalents.

Paradebeispiel dafür war 2011 das Musical „Das geheime Leben der Piraten". 5000 Euro hatte Pfarrer Kratzer, Regisseur des Stücks, dafür veranschlagt. Auf Ilona Obermeiers Vorschlag erwarb der Elternbeirat für 430 Euro die Aufführungsrechte. Dann machte sie sich auf Sponsorensuche und schaffte es, das finanzielle Risiko fast komplett abzudecken. Sie besorgte Requisiten und Kostüme und organisierte den Transport der Bühnenteile.

Der Fahrrad-Basar der Schule wurde in Obermeiers Amtszeit zum Frühjahrsbasar vergrößert, der Ski- zum Herbst- und Winterbasar und dadurch die Erlöse gesteigert. Ca. 18 000 Euro kamen über die Jahre zusammen. Hinzu kamen die Erlöse aus der Bewirtung bei den Schulfesten von rund 20 000 Euro.

Mit dem Geld wurden Dinge angeschafft, die nicht zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde gehören. Kickertische und Tischtennisplatten waren das ebenso wie Videorekorder, DVD-Player, Digitalkameras, Laptops, Beamer, ein Keyboard oder eine E-Gitarre. Für die Neuntklässler gab es immer einen Zuschuss zur Abschlussfahrt.

Obermeiers Rolle war keineswegs erschöpft mit dem Organisieren von Basaren und der Gästebewirtung bei Schulfesten. Sie war ein engagierter Anwalt der Elterninteressen. Ihr Wort hatte Gewicht. Ilona Obermeier: „Von Rektor Schulz wurden der Elternbeirat und ich immer frühzeitig über Planungen und Vorhaben informiert, unsere Meinung mit einbezogen." Als Beispiele denkt sie an die Entscheidung, welchem Schulverbund die Mittelschule beitreten sollte oder die Einführung der Ganztagsbetreuung.

All die Jahre gehörte Obermeier zur Jury beim Vorlesewettbewerb. Auch ihr Grußwort bei der Entlassfeier der 9. Klasse war alljährlich eine Selbstverständlichkeit. Ausgerechnet in ihrem zehnten und Abschiedsjahr sah das Programm keinen Redebeitrag für sie vor. Dabei hätte sie sich gerne öffentlich bei allen bedankt, die sie unterstützt hatten – bei den zahlreichen Eltern, beim Hausmeister, bei den Lehrkräften und Schulleitern, bei den Pfarrern und Bürgermeistern.

Aber es sollte nicht sein: Ihre Rede blieb in ihrer Handtasche. So nahm sie leise, ganz, ganz leise Abschied von der Freudenberger Schulfamilie, zu deren Ehrenmitglied sie ernannt wurde. Als Trost konnte sie einen Gutschein für ein Bonsaibäumchen mit heimnehmen, den ihr Rektorin Marion Ott mit herzlichen Dankesworten überreichte.