Für Einsätze bestens gerüstet

Hirschau. (u) Am 12. September rollte es abends end-lich auf den Hof der Hir-schauer Feuerwehr – das neue Hilfeleistungslöschfahr-zeug HLF 20. Kommandant Sebastian Jasinsky und fünf Kameraden waren ins 400 Kilometer entfernte Luckenwalde gefahren, um das Fahrzeug abzunehmen. Nach einer zweitägigen Einweisung durch das Fachpersonal der Firma Rosenbauer konnte das HLF 20 übernommen und nach Hirschau chauffiert werden.

Eine gut zweijährige Planungsphase war notwendig, bevor mit dem Bau des neuen Fahrzeugs vor ca. einemhalben Jahr begonnen wurde. Während der Planungszeit wurden verschiedene Löschfahrzeuge mehrerer Hersteller besichtigt. Ein Fahrzeugbeschaffungsausschuss hatte die Aufgabe, eine Fülle von Details bezüglich Fahrgestell, Aufbau, Pumpe, Ausrüstung, Sonderausstattung usw. festzulegen. Dabei galt es, den seitens der Stadt vorgegebenen Kostenrahmen einzuhalten.

Gut sechs Stunden Fahrt hatten Kommandant Jasinskyund seine Begleiter hinter sich, als sie mit dem HLF 20 im Feuerwehrhof eintrafen. Zur Begrüßung hatten sich nicht nur zahlreiche Feuerwehrkameraden eingefunden. Auch Bürgermeister Hermann Falk, Kreisbrandrat Fredi Weiß und Kreisbrandmeister Marco Weiß wohnten dem Ereignis bei. Das neue Fahrzeug vom Typ Rosenbauer HLF 20 AT basiert auf einem MAN Fahrgestell mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 16 Tonnen und einer Motorleistung von 290 PS.

Es ist ausgestattet mit einer umfangreichen Ausrüstung sowohl für die Technische Hilfeleistung als auch für die Brandbekämpfung. Dazu gehören z.B. ein 2400 Liter Wassertank, eine Hochleistungspumpe mit Schaumzumischung, ein am Fahrzeugdach montierbarer Wasserwerfer mit einer Wurfweite von ca. 70 Meter, ein Teleskoplichtmast sowie ein Sprungretter. Wegen des Schwerpunkts Technische Hilfeleistung gehören zur erweiterten Ausstattung ein umfangreiches Abstützsystemder Fa. Paratech, mehrere Hebekissen bis ca. 80 Tonnen Hubkraft für diverse Unfalllagen, ein zusätzlicher hydraulischer Stempel mit einer ausgefahrenen Länge von 1,80 Meter sowie ein Motortrennschleifer, Rettungsplattform und Spineboard. Die Besatzung besteht aus 9 Personen (Gruppe 1/8). Der Fahrzeuglenker muss den Führerschein der Klasse C besitzen. Den ganzen Abend über konnte das HLF20 von der gesamten Mannschaft ausgiebig begutachtet und getestet werden.

Das 370.000 Euro teure Fahrzeug wurde zeitgleich mit dem HLF 20 der Gemeinde Ebnath im Rahmen der interkommunalen Beschaffung in Auftrag gegeben. Dafür gab es einen Extrazuschuss des Freistaats Bayern. Insgesamt belaufen sich die Fördergelder der Regierung und des Landkreises auf ca. 185.000 Euro. Die Restkosten in Höhe von ca. 191.000 Euro trägt die Stadt Hirschau.

In den kommenden Wochen ist eine intensive Schulung der Aktiven insbesondere der Maschinisten angesagt, damit baldmöglichst das mittlerweile 34 Jahre alte Löschfahrzeug LF 16 durch das neue HLF 20 abgelöst werden kann.