Kein alltäglicher Ehrentag

Amberg-Sulzbach/Schnaittenbach. (u) 80. und 90. Geburtstage sind keine Seltenheit in einem Seniorenheim, 100. noch immer eine Besonderheit. Genau diesen konnte am 14. September Barbara Naber feiern. Sie ist die erste 100-jährige Bewohnerin in der Geschichte des Seniorenzentrums Evergreen.

Seit Dezember 2013 ist das Evergreen das Zuhause der Jubilarin. Geboren wurde Barbara Naber am 14. September 1917 in Lintach, wo sie im elterlichen Anwesen der Familie Naber-Rehaber mit fünf Geschwistern aufwuchs. Nach der Volksschule besuchte sie drei Jahre die Land- und Hauswirtschaftsschule. Über Jahrzehnte war sie im Familienbetrieb „Schloßbräu" eine unersetzliche Mitarbeiterin, in der Brauerei und Gastwirtschaft genauso wie in der Landwirtschaft, erst unter Leitung ihres Vaters Johann Baptist Naber, später unter Führung ihres Bruders Franz Rehaber senior, dann seines Sohnes Franz junior.

Ihr Motto: „Wer am Tag arbeitet, kann nachts gut schlafen". Trotz der vielen Arbeit war es für sie eine schöne Zeit, an die sie sich wegen des Zusammenhalts in der Familie gerne erinnert. In Erinnerung ist ihr eine Anekdote vom Kartoffelgraben: Da es regnete und kalt war, versprach ihr älterer Bruder einen Kinobesuch, wenn sie sich beeilen. Das tat sie dann auch. Zur Belohnung durfte sie zu Fuß nach Amberg laufen... Ihr Kommentar: „Damals waren ich ganz schön dumm."

Zu ihren Hobbys zählten das Singen im Kirchenchor und vor allem das Handarbeiten. Damit kann sie sich nicht mehr beschäftigen, Augen und Hände haben nachgelassen. Im Heim nimmt sie regelmäßig an Veranstaltungen teil, fehlt bei der Sturzprophylaxe genauso wenig wie bei der Gymnastik oder den Singstunden. Die Treppen im Haus bewältigt sie noch immer selbstständig. Im Seniorenkreis erzählt sie auch von der Zeit, als während des Krieges Franzosen bei ihnen einquartiert waren. „Manche waren garstig, aber die älteren haben uns vor Plünderern beschützt." Nach ihren Worten hat der Krieg nicht unerheblichen Einfluss auf ihr persönliches Leben gehabt. Ledig geblieben sei sie letztlich, weil alle, die sie gemocht hätte, nicht aus dem Krieg zurückgekommen sind. Später habe sie kein Interesse mehr am Heiraten gehabt.

Natürlich wurde im Evergreen Barbara Nabers Einhundertster gebührend zelebriert. Familiär wurde der Geburtstag am Nachmittag dann da gefeiert, wo Barbara Naber 96 ihrer 100 Lebensjahre verbrachte – beim „Schloßbräu", im Gasthaus Rehaber in Lintach.