Eichelbach darf wieder frei fließen

Kohlberg. (jml) Schon ein, zwei Kilometer nach seiner Quelle am Fuß des Eichelbergs bei Kindlas hat man den Eichelbach vor etwa 60 Jahren bei der Flurbereinigung in ein gerades Bett aus Betonschalen gepresst. Das soll sich durch ein Modellprojekt ändern.

Der Bach fließt an Kohlberg vorbei zur Naab in Etzenricht. Zukünftig soll er sich seinen Weg ein Stück weit selber suchen dürfen. In Zusammenarbeit mit dem Amt für ländliche Entwicklung (ALE), dem Wasserzweckverband und der Kommune hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) ein Konzept erarbeitet, das zwei Teilbereiche des Baches deutlich renaturiert.

Objektbetreuer Ludwig Spiller stellte das „Modellprojekt Eichelbach", wie er es taufte, den Mitgliedern des Dorferneuerungs-Ausschusses vor. Zwei Gespräche mit Sandra Siebert vom LBV und eine Beamer-Projektion als Startinfo gab es bereits vor einigen Monaten. Spiller: „Die Voraussetzungen bestehen im Bereich westlich der Froschau sowie vor dem SV-Gelände, wo bereits gewässerbegleitende Gehölze sind." Allerdings kann die ALE kann nur dort tätig werden, wo ein Verfahrensgebiet besteht.

Als Grenzlinie zwischen den beiden Bereichen kann der Bachübergang in der Röthenbacher Straße gesehen werden. Oberhalb des Auer-Anwesens sieht man laut Spiller noch das alte Bachgerinne. Talaufwärts ist dort ein Sohlenverbau geplant, die Betonschalen werden entfernt, der Bach darf wieder leicht mäandern, eine Böschungssicherung am Geiselberg ist vorgesehen. Das Bächlein soll wieder mehr durch den Auwald führen, zwei Amphibientümpel werden erstellt. Zwei Rohrdurchlässe müssen größer dimensioniert werden. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 12.000 bis 14.000 Euro.

In leichten Windungen könnte der Eichelbach bald auch zwischen der Kohlberger Mühle und dem Sportvereinsgelände talwärts sprudeln. Ein Schutzstreifen mit Büschen, Laubbäumen und eventuell einem Fußweg wird die Ufer ökologisch aufwerten. Für diesen Bereich liegt noch keine Kostenschätzung vor. Der Wasserzweckverband ist mit den Planungen einverstanden. Er wird sie voraussichtlich mitfinanzieren. Bürgermeister Rudolf Götz meiente: „Kohlberg hat noch nie eine Förderung von dem Verband erhalten."

Auch Spiller stellte die Möglichkeit in Aussicht, über das Dorferneuerungsprogramm Zuschüsse zu erhalten. „Falls Grundstücksflächen von Privatleuten gekauft oder an den Markt verkauft werden, dann ist das aber nur zu einem einheitlichen Preis für alle Beteiligten möglich." Ihr Einverständnis zu den geplanten Maßnahmen haben bereits etliche Grundstückseigentümern mündlich bekundet. Spiller: „Das ist ein Modellprojekt, davon gibt es nur zwei in Bayern. Also auch eine Werbung für die Kommune." Er ergänzte: „Das Gesamtkonzept für den Eichelbach und den Klingenbach enthält eine Fülle von Maßnahmen. Man wird sehen, was davon wünschenswert und was umsetzbar ist." Götz: „Der Natur wird täglich viel genommen. Man kann ihr damit wieder etwas zurückgeben. Das ist hier preiswert zu realisieren".

Spiller lobte die Gestaltung der neuen Treppe am Pfarrrangen: „Die ist deutlich attraktiver als früher." Ob Fledermäuse in dem für sie vorbereiteten Keller überwintern, müsse man abwarten. Sträucher und Blühpflanzen sollen den früher dunklen Hang besiedeln. Auch wenn die ganze Treppenaktion lange gedauert hat, findet der Bürgermeister das geschaffene Werk „einfach ideal".