Persisch für Anfänger

Gemütlicher Elternabend bei Juje-kabab und Sereschk Polo

Hirschau. (u) Feiert man im Iran eine Hochzeit, kommt als Festessen in den allermeisten Fällen Jujekababauf den Tisch. Die Eltern und Erzieherinnen des Marien-Kindergartens mussten nicht extra nach Teheran reisen, um das Nationalgericht zu kosten. Es reichte der Besuch des Kennenlern-Elternabends im Haus des Kindes. Dort wartete Victoria Rasoulkhani mit dem populären Hähnchengericht und weiteren Köstlichkeiten der persischen Küche auf. Fünf Nationalitäten sind unter den 40 Kindergarten- und Schulkindern vertreten, die im Marien-Kindergarten/Haus des Kindes betreut und gefördert werden. Deutschland, Russland, Rumänien, Polen und eben Iran heißen die Herkunftsländer der Kinder bzw. ihrer Eltern. Von der Multinationalität ihrer Schützlinge inspiriert, laden Einrichtungsleiterin Christa Bauer und ihr Team seit 2013 zu Beginn des Schul- bzw. Kindergartenjahres die Eltern zu einem Länderabend ein. Das Erfolgsrezept: miteinander kochen, miteinander essen, dabei viel miteinander plaudern und über das jeweilige Land erfahren. Nach Bayern, der Ukraine, der Türkei und den USA entschied man sich heuer fürden Iran als Kennenlern-Land. Möglich machte dies die Bereitschaft von Victoria Rasoulkhani, deren Sohn zur Schulkindgruppe gehört, ihr Heimatland und speziell dessen Küche vorzustellen. Ihre Absicht unterstrich sie schon dadurch, dass sie die Mamas, Papas und das Personal in landestypischer Kleidung samt Schmuck in der KiTa-Küche erwartete. Ihre Schilderungen über das Land, seine geographische Lage, sein Klima, seine Staatsform, seine Bevölkerung, seine Kultur und seine Geschichte erinnerten teilweise an Erzählungen aus „Tausend und einer Nacht“. Um die Einblicke zu vertiefen, hatte sie Fotoalben mitgebracht. Für die Zubereitung des Abendessens hatte die „Chef-Köchin“ nicht nur Hähnchen und Reis eingekauft, sondern weitere Speisen, die sie bereits daheim vorbereitet hatte. Manche Zutat hatte sie direkt aus dem Iran bezogen. Während die einen das Obst wuschen, schnitten andere Tomaten, Zwiebeln und Gurken für den „Salad Shirazi“. Die nächsten kochten den Reis, legten die seit 24 Stunden marinierten Hähnchenschenkel in den Ofen oder bereiteten die Omeletts vor. Während der Arbeiten berichtete Victoria Rasoulkhani Interessantes über die Essens- und Tischgewohnheiten. So komme im Iran ein Menü gleich komplett auf den Tisch. Während des Essens unterhalte man sich kaum. Damit beginne man nach der Hauptmahlzeit – dann aber ausgiebig bei Tee, Süßigkeiten, Obst und Knabbereien. Früher sei man zum Essen immer auf dem Boden gesessen. Rund eineinhalb Stunden dauerte die Zubereitung, bis man an der liebevoll dekorierten Tafel Platz nehmen und die Hauptmahlzeit genießen konnte: Die „Juje-kabab-Hähnchen“, das Reisgericht „Sereschk Polo“, den „Salad Shirazi“, mit Spinat und Knoblauch bzw. getrockneter Minze und Gurke angemachte Joghurts, Oliven, eingelegtes Importgemüse, Granatapfelkerne und -sirup usw.. Das Essen geriet für alle zu einem völlig neuen Geschmackserlebnis, von dem keiner enttäuscht wurde. Nach dem Hauptgang genoss man zum schwarzen Tee in gemütlicher Runde Datteln, Feigen, Mandarinen, Weintrauben, Gurken, Pistazien, Mandeln, Sonnenblumenkerne, etc.. Bei aller Gemütlichkeit wurde aber nicht auf die Elternbeiratswahl vergessen. Nach der Kennenlernstunde fiel sie so manchem leichter. Gewählt wurden: 1. Vorsitzende: Michaela Hofmann, Vertretung: Kerstin Lippert, 2. Vorsitzende: Vanessa Kreuzer, Vertretung: Julia Bals, Schriftführerin: Ivonne Rauscher, Vertretung: Patricia Macke.