Alle Proben bestanden

Patenbitten der Freiwilligen Feuerwehr Kohlberg bei den Kollegen in Hirschau

Hirschau/Kohlberg. (u) Die Chemie stimmt seit mindestens 140 Jahren zwischen der Hirschauer und der Kohlberger Feuerwehr. Dass dies so ist, war vor kurzem in der Fahrzeughalle der Hirschauer Wehr erlebbar. Die Kohlberger, die 2018 ihr 150-jähriges Bestehen feiern, rückten mit einer 70-köpfigen Delegation zum Patenbitten an. Das „Ja“ der Hirschauer stand zwar von vornherein fest... allerdings blieben den Bittstellern der obligatorische Kniefall und das Bestehen zweier origineller Prüfungen nicht erspart. Vorneweg das Eichelbach-Duo Alfred Hausner und Hans Hofmann sowie der eifrig in die Pedale tretende kleine Janis mit seinem Mini-Feuerwehrauto – so marschierten die Kohlberger, darunter ihre 17 feschen Festdamen, vom Josefshaus zum Feuerwehrhof. Dort wurden sie von den draußen vor dem Hallentor Spalier stehenden Hirschauer Festdamen mit La-Ola-Wellen empfangen. In der voll besetzten Halle erinnerte der Kohlberger Vorstand Hermann Prechtl an die mehr als 100 Jahre dauernde Freundschaft zwischen den beiden Wehren. Es sei das fünfte Mal nach 1878, 1928, 1968 und 1993, dass man die Hirschauer um die Patenschaft bitte. „Bei uns stand nie zur Debatte, bei einer anderen Wehr anzufragen“, betonte Prechtl. Später rezitierte er in Reimform: „Schon viermal hatten wir die Ehr’ – mit euch als Patenwehr. Weil ihr zu unsern besten Freunden zählt, haben wir euch als Paten wieder auserwählt.“ Beim Verserl sagen kniete er schon neben seinem Kommandanten Josef Fischer auf einem Saugleitungsschlauch, der als Holzscheitl-Ersatz diente. Die Saugleitung hatten die beiden vorher – unterstützt von zwei weiteren Kameraden – auf Geheiß des Hirschauer Kommandanten Sebastian Jasinsky als erste Prüfungsaufgabe innerhalb von 75 Sekunden erfolgreich zusammengekuppelt. Ein Fass Bier aus der Schlossbrauerei präsentierend bat Kommandant Fischer um Mitleid: „Oh erhöret unser Bitten, wir haben schon genug gelitten. Denn unsre Knie – o weh, o Graus – , die halten’s nimmer länger aus.“ Aber Hirschaus Vorstand Michael Schuminetz kannte noch keine Gnade: „Die Aufgabe und das Bitten habt’s ihr mit Bravour geschafft, deshalb haben wir noch eine zweite Prüfung für euch ausgedacht.“ Und die hatte es in sich. Jede Menge Puste war nötig, um durch das Blasen in zwei C-Rohre einen Luftballon zum Platzen bringen, der am Ende eines gut zwei Meter langen Schlauches angebracht war. Mit vereinten Kräften gelang auch dies. Unter lautstarkem Beifall verkündete Schuminetz: „Wir machen’s, damit ist alles klar– und sagen ja, wir machen euren Paten im nächsten Jahr. “Dies war das Kommando für Hirschaus Bürgermeister Hermann Falk, das Bierfass anzuzapfen, was ihm profimäßig mit zwei Schlägen gelang. Gemeinsam stieß man auf die Patenschaft und auf ein Gelingen des Jubiläums an, das nächstes Jahr vom 25. bis 28. Mai gefeiert wird. Mit dem Anstoßen war der Abend weiß Gott nicht zu Ende. Bis kurz vor Mitternacht wurde gemeinsam gegessen, getrunken und geplaudert, wie es unter alten Freunden üblich ist.