Hilfseinsatz in Nepal

28.02.2018
Hilfseinsatz in Nepal

Africa Luz: Trotz Hochwasserkatastrophe viel Positives aus Sauraha zu vermelden

Sauraha/Hirschau. (u) „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen!“, schrieb einst der Dichter Matthias Claudius. Eine Menge zu erzählen über ihren Hilfseinsatz im nepalesischen Sauraha hatten Geschäftsführerin Bärbel Birner und Isabelle Haustein der Africa-Luz-Vorstandschaft bei ihrer Jahresabschluss-Sitzung.

Zwei Wochen dauerte ihr Aufenthalt in dem im Royal-Chitwan-Nationalpark gelegenen Ort, in dem sich Africa Luz seit 2006 engagiert, dort u.a. den Bau des Prof.-Dausch-Kinderhauses und eines Ambulatoriums finanziert hat. Als beide den Reisetermin Anfang 2017 festlegten, beabsichtigten sie primär, die im Notfallkrankenhaus arbeitenden Ärzte bei Augenuntersuchungen und Operationen zu unterstützen, sie mit Medikamenten und medizinischen Geräten zuversorgen und generell wieder einmal „nach dem Rechten zu sehen“.

Niemand ahnte, dass Nepalim August von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht wird. Dass auch Sauraha betroffen war, hatte man im Vorfeld von Sher Kintzl-Bahadur, mit dem man seit Jahren zusammenarbeitet. „Das Kinderhaus bot einen mehr als traurigen Anblick. Die gesamte Einrichtung war zerstört“, berichtete Bärbel Birner. „Gott sei Dank war das Ambulatorium verschont geblieben.“

Bilder dokumentierten die Schäden im Kinderhaus, das ca. einen Meter unter Wasser gestanden hatte. Fundament, Fußböden und Wände waren beschädigt, sämtliches Inventar in der dort untergebrachten Nähschule unbrauchbar gemacht. Birner veranlasste sofort die Sanierungsarbeiten, mit denen noch während ihres Aufenthalts begonnen wurde. Ca. 30 Familien waren durch die Fluten obdachlos geworden. Deren Not konnten Birner und Haustein dank einer 20000-Euro-Spende von Klaus und Gertrud Conrad lindern. Im Beisein des Bürgermeisters übergaben sie jeder Familie für den Häuserneuaufbau 500 Euro in bar.

Im Ambulatorium galt das erste Interesse der augenärztlichen Untersuchungseinheit, die sie 2015 zur Klinik-Ein-weihung mitgebracht und zusammengebaut hatten. Sie funktionierte einwandfrei, eine Assistenzärztin führte gerade Untersuchungen durch. Mindestens 200 Patientenwurden kostenlos am Augeuntersucht. In einem zweiten Raum untersuchte ein Internist einen Patienten mit einem Ultraschallgerät. Das 15000 Euro teure Gerät hatte Africa Luz finanziert. Der Andrang war sehr groß. Jeder wollte mit der „neuen Maschine“ behandelt werden. Da bei den letzten Aufenthalten die vielen an Diabetes Erkrankten aufgefallen waren, führte man an einem „Zuckertag“ kostenlos unzählige Zuckertests durch und überwies auffällige Personen zur weiteren Behandlung an einen Internisten.

Nächste Station war die Augenklinik, die mit dem Africa-Luz-Ambulatorium kooperiert. Für sie hatte man 50 intraokulare Linsen, Salben und Augentropfen im Wert von 7000 Euro mitgebracht. Als Danke durfte man einer Grauen-Star-OP beiwohnen. Dabei wurde der Patientin eine der mitgebrachten Linsen eingesetzt. Erfreuliches gab es über die in den letzten Jahren errichtete Schule zu berichten. Africa Luz hat das Grundstück dafür zur Verfügung gestellt.

Rund 350 Kinder empfingen die Besucherinnen zu den Klängen der nepalesischen Nationalhymne mit Blumensträußchen. „Das war Gänsehaut pur!“ Von der Ausstattung der Schule habe man einen überaus positiven Eindruck gewonnen. Man habe Klassenzimmer mit neuwertigen Schulbänken und Tafeln vorgefunden, ebenso liebevoll eingerichtete Spielecken für die Vorschulkinder und Computerräume mit Laptops.

Im Vorstand war man sich einig, die Unterstützung für die Projekte in Sauraha auf jeden Fall fortzusetzen. Alle bisherigen Africa-Luz-Investitionen hätten beigetragen, die Lebensqualität der Menschen und die Zukunftschancen für die Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Um weiterhelfen zu können, sei man unverändert auf Spenden angewiesen.