Festspieler haben viel zu tun

19.04.2018
Festspieler haben viel zu tun

Hirschau. (u) Am 27. Juni 2003 gegründet, hat sich der Festspielverein zum herausragenden Kultur- und Werbeträgerder Stadt gemausert. Zwei Schwerpunkte prägen seine Aktivitäten: die Stückl-Festspiele und der Aufbau eines Steingutmuseums.

Die Ära der Hirschauer Steingutproduktion begann im April 1826 und endete im Dezember 1956. An dieses Kapitel Wirtschafts- und Kulturgeschichte erinnert eine Ausstellung, die der Festspielverein in der Alten Mälzerei präsentiert.

In acht Vitrinen sind 742 in der alten bzw. neuen Fabrik hergestellte Steingutstücke aus den drei Epochen Dorfner (1826 bis 1918), Carstens (1918 bis 1936) und Luckscha (1936 bis 1956) zu besichtigen. 243 Exponate stammen aus der Dorfner-, 170 aus der Carstens- und 329 aus der Luckscha-Zeit. Aus der Dorfner-Ära sind auch Druckplatten zu sehen.

Faszinierende Ausstellung

Unter den Stücken sind ca. 40 Krüge, darunter ein Reservistenkrug des 6. Amberger Regiments aus der Zeit 1896 bis 1898. Außerdem sind in Regalen über 30 Dekore auf Tassen und Michkännchen zu bewundern.

Insgesamt verfügt der Verein, so der Vorsitzende Altbürgermeister Hans Drexler, über ca. 1500 Einzelstücke. Sie sind zum allergrößten Teil im Eigentum des Vereins. Beiden anderen handelt es sich um Leihgaben.

Insgesamt 36 Schautafeln verdeutlichen, dass die Fabriken zu den größten der Oberpfalz gehörten. Sie erzählen deren Geschichte von der Gründung bis zum Konkurs. Zeitdokumente informieren über ihre Besitzer und in ihren Betrieben tätigenamhafte Künstler. Sie schildern den Alltag der Arbeiter, Dreher und Maler. Die Tafeln erklären, welche Rohstoffe für die Herstellung der Warenbenötigt wurden und beschreiben die Fertigungsprozesse.

Geöffnet ist die Ausstellung jeden ersten Sonntag im Monat, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Besuchergruppen können mit Hans Drexler, Telefon (09622) 56 75, extra Besichtigungstermine vereinbaren. Der Eintritt ist frei. Etwaige Spenden werden fürden Aufbau eines Steingutmuseums verwendet.

Bauarbeiten stehen an

Nun sind mit dem Umbau der Bühne und der Tribüne große Vorhaben zu stemmen. Die neue Bühne wird teilweisein Ständerbauweise errichtet. Sie ermöglicht eine flexiblere Gestaltung und erleichtert andere Nutzungen. Die Tribüne erhält höhere Stufen und soll künftig 430 Besuchern Platz bieten.

Unter ihr werden neben einer Toilettenanlage zwei ca.50 Quadratmeter große Lagerräume geschaffen. Für deren Nutzung interessieren sich der Heimat- und Trachtenverein und der Musikzug. Je nach Ausstattung und Eigenleistung könnten für die Vereine Kosten in Höhe von ca. 15 000 Euro anfallen.

Festspiele wieder 2019

Nach dem Umbau von Bühne und Tribüne finden 2019 die 8. Festspiele statt. Aufgeführt wird das Hirschauer Stückl „Die Erbschaft“ von Katrin Klewitz.

Baumaßnahmen sind mittelfristig auch im Mälzerei-Gebäude vorgesehen. Die Ausbauplanung sieht unter anderem im zweiten Stock des Hauses den Ausbau von drei Räumen in der Größenordnung von 70, 80 und 90 Quadratmetern vor. Auch diese könnten durch andere Vereine genutzt werden.

Für das Dachgeschoss ist eine Nutzung als „Kleine Bühne“ für Veranstaltungen vorstellbar. Um die Räume in den Obergeschossen für behinderte und ältere Menschen erreichbar zu machen, ist der Einbau eines Aufzugs angedacht.

All diese Maßnahmen konnten erst ins Auge gefasst werden, nachdem der Pachtvertrag mit Clemens Dorfner bis zum Jahr 2047 verlängert werden konnte.