Ein großer Sohn der Stadt Hirschau

19.04.2018
Ein großer Sohn der Stadt Hirschau

Anton Eduard Bösl wurde vor 45 Jahren in Bolivien zum Bischof geweiht

Hirschau. (u) Der 1. April 1973 ist ein (ge-)denkwürdiger Tag für die Stadt- und die Pfarrgemeinde Hirschau. In der Marien-Kathedrale der bolivianischen Bischofsstadt Concepción empfing Anton Eduard Bösl durch den Erzbischof von Sucre, José Clemente Kardinal Maurer, die Bischofsweihe. Drei Hirschauer waren bei den Feierlichkeiten zugegen: Studiendirektor Georg Bösl, Stadtpfarrer Heinrich Röhrl und Otto Hammer.

Am 25. März 1925 wurde Anton Bösl als fünftes von sechs Kindern des Schuhmachermeisters Anton Bösl und seiner Frau Margarete geboren. Seine humanistische Bildung erwarb er im Franziskaner-Seminar Freystadt und an den Gymnasien in Landshut und Amberg. In den letzten Kriegstagen verwundet, trat Bösl nach der Entlassung aus dem Lazarett in den Franziskaner-Orden ein und erhielt den Ordensnamen Eduard.

Am 8. Jul 1951 empfing er in München die Priesterweihe durch Michael Kardinal Faulhaber. Im August 1952 zoger als 27-Jähriger in die Indianermission Nuflo de Chávezim tropischen Osten Boliviens. Dort wurde ihm nachkurzer Kaplanszeit in Concepción im Oktober 1954 als erstem Pfarrer überhaupt das Gebiet des „Monte Grande“ als Pfarrei übertragen, ein Gebiet mit rund 25 000 Quadratkilometern Fläche. 650 Kilometer hatte Bösl – zu Pferd – zurückzulegen, um sein ganzes Pfarrvolk zu besuchen.

Am 20. Februar 1973 nahm Padre Eduardo Abschied von El Fortin, Papst Paul VI. hatte ihn am 18. Dezember 1972 zum Apostolischen Vikar von Nuflo de Chávez ernannt. Damit war er Oberhirte einer Diözese, die mit 90 000 Quadratkilometern so groß ist wie Bayern und Hessen zusammen.

Am 1. April 1973 empfing Bösl dann die Bischofsweihe. Die Erfolge der Missionsarbeit von Bischof Bösl lassen sich nicht im Detail aufzählen. Sie ergäben eine Endlosliste an Krankenhäusern, Schulen, Wasserversorgungsanlagen, Brücken, Wege, Werkstätten, Pfarrhäusern, neu erbauten oder restaurierten Gotteshäusern. Getreu seiner Maxime, Mission müsse Seel- und Leibsorge sein, kämpfte er in Agrarprozessen erfolgreich dafür, dass seine Indio-Familien Land zugeeignet bekamen.

Nach Boliviens Rückkehr zur Demokratie verlieh ihm die Regierung von Staatspräsident Dr. Hernán Siles als erstem überhaupt den höchsten Staatsorden Boliviens, den „Condor de Los Andes“.