Unvergessen

19.04.2018
Unvergessen

Schule nach Bischof Bösl benannt

Hirschau. (u) Bei der Wiedereröffnung der Marien-Kathedrale am 15. August 1982 zeichnete der deutsche Botschafterin Bolivien den Hirschauerim Auftrag von Ministerpräsident Franz-Josef Strauß mit dem „Bayerischen Verdienstorden" aus.

Die UNESCO erklärte die vorher baufällige Kathedrale ebenso zum „Weltkulturgut der Menschheit" wie das zweite Gotteshaus aus der jesuitischen Reduktionszeit, die restaurierte Kirche von San Javier. Die drei größten Städte der Diözese Concepción, San Javier und Ascensión ernannten den Bischofzum Ehrenbürger.

Wie sehr die Indianer ihren „Monsenor Bols" (so sprachen die Indios seinen Namen aus) ins Herz geschlossen hatten und als einen der Ihren betrachteten, brachten sie bei seinem 25-jährigen Bischofsjubiläum plakativ zum Ausdruck: „Tienes almachiquita" – „Du hast eine Chiquitano-Seele" stand auf dem Transparent, das sie ihm eine Indio-Gruppe am Altar überreichte. Erzbischof Julio Terrazas bekräftigte dies in seiner Predigt: „Bischof Bösl ist ein Mann des Volkes und den Indios Vater und Bruder zugleich".

Welche Wertschätzung der Franziskaner in seiner Wahlheimat genoss, wird deutlich, wenn man den Artikel der großen bolivianischen Zeitung „El Deber" am 23. März 1987 anlässlich des Besuchs von Bundespräsident von Weizsäcker liest: „Aus Anlass des Besuches des Bundespräsidenten erinnert man sich in Bolivien auch anderer deutscher Staatsbürger, die Großartiges für Bolivien geleistet haben. Wir erinnern uns an Eduardo Bösl, Bischof von Nuflo de Chavéz. 20 Jahre war er Pfarrer von El Fortin mitten im Urwald. Vielleicht konnte er dort die Leiden unseres Volkes am eigenen Leib verspüren."

Weiter schreibt das Blatt: „Bischof Bösl ist für seine deutsche Heimat eine Ehre, für seine Religion und für seinen Orden. Jemand sagte einmal treffend: Wenn es doch in Bolivien viele solche Bösls gäbe".

Seine Vaterstadt Hirschau ernannte ihn am 7. Mai 1974 zum Ehrenbürger. Am 3. September 2000 erfuhr er eine weitere Ehrung: Der Platz um die katholische Stadtpfarrkirche wurde in „Bischof-Bösl-Platz" umbenannt.

Fünf Wochen später erlag Bischof Bösl am 13. Oktober 2000 einem Herzversagen. Zwei Tage darauf wurde er am 15. Oktober im Beisein des bolivianischen Staatspräsidenten Hugo Banzer in der Marien-Kathedrale unmittelbar vor dem Allerheiligsten am Marienaltar bei einem Trauergottesdienst bestattet, den der apostolische Nuntius José Wesolowski zelebrierte.

In den Herzen seiner Indios lebt ihr „Monsenor Antonio Eduardo" weiter. Das beweist die liebevolle Pflege, die seinem Grab zuteil wird. Ein deutlicher Beleg dafür ist sicher auch, dass die im November 2017 in Concepciónneu eingeweihte Schule seinen Namen trägt.