Tatütata für Fortgeschrittene

19.04.2018
Tatütata für Fortgeschrittene

Fünf Feuerwehren trainierten unlängst in Hirschau gefährliche Blaulicht-Fahrten

Hirschau. (u) Jede Menge „Tatüata“ war vor kurzem in der Fahrzeughalle der Hirschauer Feuerwehr zu hören. 36 Maschinisten aus fünf Feuerwehren übten vier Tage lang mit dem Sondersignal-Fahrt-Trainer des Landesfeuerwehrverbandes Bayern (LFV) den Ernstfall einer Einsatzfahrt mit Blaulicht, Martinshorn und Sprechfunk.

Da Blaulichtfahrten in der Verkehrsrealität nicht geübt werden dürfen, „learning by doing“ aber die beste Vorbereitung auf den Ernstfall ist, bietet der LFV seit 2013 zusammen mit der Versicherungskammer Bayern und dem Bayerischen Innenministerium den Maschinisten der Feuerwehren dieses Verhaltenstraining mit dem Fahrsimulator an.

Er wurde eigens für diesen Zweck vom Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften in Zusammenarbeit mit der Polizei entwickelt. Den Feuerwehren in Bayern steht dieser Sondersignal-Fahrt-Trainer jährlich 44 Wochen kostenfrei zur Verfügung.

Letztes Jahr haben sich ca. 2300 Feuerwehrdienstleistende an dem Verhaltenstrainingbeteiligt. Die Kosten der Ausstattung und des Trainings teilen sich die Versicherungskammer und der Freistaat mit je rund 180 000 Euro jährlich.

Training kommt super an

„Das ist eine tolle Sache, dass der Sondersignal-Fahrt-Trainer der Stadt Hirschauvier Tage lang zur Verfügung gestellt wurde“, erklärten übereinstimmend Bürgermeister Hermann Falk, Kreisbrandrat Fredi Weiß, Kreisbrandmeister Marco Weiß und Kommandant Sebastian Jasinsky, die sich am ersten Ausbildungstag ein Bild von den Inhalten des Lehrgangs machten.

Der Rathaus-Chef ließ es sich nicht nehmen, sich selbst ans Steuer des Fahrsimulators zu setzen und eine Probefahrt zu unternehmen, die allerdings letztlich mit einem Crash endete...

Wesentlich länger dauerten die Trainingsfahrten der Maschinisten der Wehren aus Hirschau, Schnaittenbach, Steiningloh-Urspring, Krondorf-Burgstall und Kohlberg. Sie durften nach einem einstündigen theoretischen Unterricht durch die Trainerin Sandra Reichert von der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg in den Simulator steigen.

Unvorhersehbares Verhalten

Dieser ließ die Fahrzeuglenkerin unterschiedlichen Verkehrsräumen agieren, angefangen im Stadtverkehr über Land- und Bundesstraßen bis hin zur Autobahn.

Dabei wurden die Einsatzfahrer mit unvorhersehbarem Verhalten von Verkehrsteilnehmern, Überholmanövern und Vorbeifahrten unter verschiedenen Sichtbedingungen ebenso konfrontiert wie mit der Gassenbildung in unterschiedlichen Verkehrssituationen, dem Annähern und Überqueren von Kreuzungen mit verschiedenen Vorfahrtsregelungen, plötzlichen Ereignissen und der Wahrnehmung von Gefahren.

Nach den Fahrten analysierte Sandra Reichert mit den Maschinisten das Geschehen im Simulator, das digital aufgezeichnet wurde.

Das Fazit der Übungsteilnehmer fiel durchwegs positiv aus. Dass die Sonder- und Wegerechte explizit behandelt wurden, sprach die Teilnehmer ganz besonders an, ebenso wie die Videoanalyse des eigenen Fahrverhaltens.

Alle erachteten das Training als echten Gewinn für ihren Einsatzdienst. „Wir wissen nun, worauf wir im Ernstfall ganz besonders achten müssen.“