Seniorenheim als Meisterstück

19.04.2018
Seniorenheim als Meisterstück

Bürgermeister, Stadt- und Kreisrat a.D. Helmut Rösch feiert am 17. April seinen 80. Geburtstag

Hirschau. (u) Vom 1. Mai 1984 bis zum 30. April 2002 leitete er als 1. Bürgermeister die Geschicke seiner Vaterstadt Hirschau – am 17. April kann er seinen 80. Geburtstagfeiern! Die Rede ist von Altbürgermeister, Kreis- und Stadtrat a.D. Helmut Rösch– eine Persönlichkeit, die für sich in Anspruch nehmen kann, Hirschaus Entwicklung zu einer „liebens- und lebenswerten Kleinstadt" maßgeblich geprägt und sich bleibende Verdienste erworben zu haben.

Am 17. April 1938 erblickte er als drittes von vier Kindern der Eheleute Engelbert und Ottilie Rösch – Schneidermeister bzw. Hebamme von Beruf – das Licht der Welt. Nach fünf Jahren an der Hirschauer Volksschule trat Rösch 1949 in die damalige Oberrealschule in Amberg über. Er verließ diese im Oktober 1953, als ihm die Stadt Hirschau eine Stelle als Verwaltungslehrling anbot.

Karriere in der Verwaltung

Nach drei Jahren Ausbildung war er ein halbes Jahr als Angestellter bei der Stadtverwaltung tätig, ehe er 1957 als Assistentenanwärter an das Landratsamt wechselte. Im April 1960 holte ihn Bürgermeister Willi Bösl, unter dessen Fittichen er in der Fürsorgeabteilung Landratsamtes gearbeitet hatte, zurück ins Rathaus. Dort stieg Rösch in den gehobenen Dienst und Anfang der 70-erJahre zum geschäftsleitenden Beamten der Stadtverwaltung auf.

Seine ersten politischen Erfahrungen sammelte Röschals Vorstandsmitglied der JU, der er mit 18 Jahren beitrat. Zehn Jahre später wurde er Mitglied im CSU-Ortsverband. Schon zwei Jahre vorden Kommunalwahlen 1984 waren sich Altbürgermeister Willi Bösl und die örtlichen CSU-Gremien einig, dass Rösch die Nachfolge Bösls im Bürgermeisteramt antreten sollte. Die Personalentscheidung erwies sich als richtig:

Trotz zweier Gegenkandidaten musste Rösch 1984 in keine Stichwahl. Er wurde mit rund 60 % der Stimmen zum Stadtoberhaupt gewählt. Von Erfolg gekrönt war auch seine Wahl in den Kreistag.

Die Hirschauer waren mit seiner Arbeit hoch zufrieden. Sie bestätigten ihn bei den Wahlen 1990 und 1996 mit noch deutlicheren Mehrheiten in seinem Amt. 2002 verzichtete er aus Altersgründen auf eine weitere Bürgermeisterkandidatur. Mit dem Vertrauen der Wähler ausgestattet brachte er aber seine Erfahrung für weitere sechs Jahre in den Stadtrat bzw. Kreistag ein.

Am 30. April 2008 beendete Rösch nach 18 Bürgermeisterjahren, 24 Jahren Kreistags- und sechs Jahren Stadtratstätigkeit seine kommunalpolitische Laufbahn. Der Landkreis würdigte seine Verdienste 1998 mit der Verleihung der Landkreismedaill ein Silber. Das Bayerische Staatsministerium des Inneren verlieh ihm 2003 die Medaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung. Seit 22. April 2013 führt er nach dem Beschluss des Stadtrats die Ehrenbezeichnung Altbürgermeister.

Beinahe 80 Millionen Euro wurden in Hirschau während Röschs Amtszeit in Großprojekte investiert. So entstanden unter anderem das Josefshaus, die Doppelturnhalle samt Schulsportanlage, der Marien-Kindergarten, die Anbindung Ehenfelds an die Hirschauer Wasserversorgung, die neue Kläranlage, der Sportpark und der neue Bauhof.

Politische Meilensteine

Ein Meisterstück, welches das Prädikat Leuchtturm-Projektverdient, gelang dem Bürgermeister mit der Umwandlung des Stiftungskrankenhauses in ein Seniorenwohn- und Pflegeheim und dessen Verpachtung an das Rote Kreuz.

In der (unvollständigen) Aufzählung dürfen der Einstieg in die Dorferneuerung Ehenfeld, die Erschließung der Baugebiete „Ziegelhütte" und „In der Heidenau" sowie des Gewerbegebietes Dienhof nicht fehlen.

Das Bild des Menschen Helmut Rösch wäre unvollständig, würde man nicht seine vielfältigen sportlichen Aktivitäten erwähnen. Mit sechs Jahren begann er seine Karriere als Turner.

Als 16-Jähriger wechselte er zu den TuS-Fußballern, für die er mehr als 500 Spiele absolvierte. In den 70-er Jahren bewährte Rösch sich als Sportbeauftragter der Stadtund als TuS-Fußballabteilungsleiter.

Sportliche Erfolge

Während seiner Amtszeit schaffte die 1. Mannschaft den Durchmarsch von der B-Klasse in die Bezirksliga. Angesichts seines besonderen Engagements um den Sport verlieh ihm der Bayerische Landessportverband 1995 die Verdienstplakette in Silber, der TuS Hirschauzeichnete ihn im gleichen Jahr mit der „Ehrennadel in Gold mit Kranz" aus.

Heute jagt Rösch nicht mehr dem runden Leder hinterher. Er pflegt Aktivitäten wie Radfahren, Garteln oder auch Holzmachen.