Gemeinsam geht’s besser

19.04.2018
Gemeinsam geht’s besser

Zehn Jahre Dorfgemeinschaft Atzmannsricht – Alle zusammen bauten am Dorfgemeinschaftshaus

Atzmannsricht. (ads) Die Dorfgemeinschaft Atzmannsricht wurde heuer vor zehn Jahren unter dem Leitsatz „Gemeinsam geht’s besser“ aus der Taufe gehoben. „Dieser Leitsatz kommt wohl niemals aus der Mode“, ist sichder 1. Vorsitzende des Dorfvereins, Werner Kohl, sicher.

Genaugenommen gibt es die Dorfgemeinschaft Atzmannsricht nicht erst seit zehn Jahren – auch wenn im Jahr 2008 erst der Dorfverein gegründet worden ist. Werner Kohl wirft einen Blick in die Geschichte von Atzmannsricht:

Die lebens- und liebenswerte Ortschaft – zum ersten Malim Jahr 1188 urkundlich erwähnt– liegt an der uralten „Magdeburger Straße“, auch Bernsteinstraße genannt, die von Regensburg über Amberg und Grafenwöhr nach Magdeburg führte. Es ist eintypisches Rodungsdorf, welches viele Jahrhunderte vorwiegend landwirtschaftlich geprägt war.

Vor der Gründung des Bistums Bamberg im 11. Jahrhundert gehörte es ohne Zweifel zum Bistum Regensburg. Durch die enge Verbindung zu Bamberg, die bis in das 19. Jahrhundert dauerte, nahm Atzmannsricht immer eine gewisse Sonderstellung im Kirchspiel ein. Anlass dazu war die jahrhunderte lange Zugehörigkeit des Ortes Atzmannsricht zum bambergerischen Pflegamt Vilseck und die Eigenschaft als Filiale der pfälzischen Pfarrei Gebenbach.

Der alte Ortsbereich von Atzmannsricht ist geprägt von den Wiederaufbauten nach dem verheerenden Dorfbrand von 1846, bei welchem bis auf vier Häuser und die Kirche alles niederbrannte.

Immer bereit für Veränderungen

Atzmannsricht ist laut Werner Kohl ein Dorf, das sich immer schon früh den Veränderungen der Zukunft stellte und aktiv selbst anpackte. So wurde von den Atzmannsrichtern als einem der ersten Orte in der Oberpfalz vor dem ersten Weltkrieg die Flurbereinigung beantragt, welche 1923 durchgeführt werden konnte. Die Flurstücke um Atzmannsricht waren davor teilweise so schmal, dass man mit dem Wagen nicht wenden konnte.

So wurden früh die Voraussetzungen für die Agrarstruktur geschaffen. Nach Aussagen des Vorsitzenden des Dorfvereins folgten auch später viele Verbesserungen wie beispielsweise 1924 die Elektrifizierung, 1952 die Ortswasserleitung, oder 1969 dann die Zweitflurbereinigung im beschleunigten Zusammenlegungsverfahren.

„In vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit führte in diesen Jahren die Bevölkerung die Dorfverschönerung durch und erhielt 1969 das Prädikat’ Schönstes Dorf im Landkreis Amberg’, die Goldmedaille des Bezirks Oberpfalz und des Freistaates Bayern und als höchste Auszeichnung die Silberplakette des Bundes“, erinnert Kohl und fügt hinzu: „Ebenso wurde in Eigenregie ein Badeweiher angelegt.

Die ländliche Idylle, das erfolgreiche Bewirtschaften der Felder, das abendlichen Treffen am Milchbankl zum Austausch von Neuigkeiten in der noch „fernsehlosen“ Zeit... all das veränderte sich aber auch hier. Atzmannsricht konnte sich der Agrarstrukturin den 70er/80er Jahren nicht entziehen, als die Milchviehhaltung vielfach aufgegeben wurde. Heute gibt es nach Informationen von Werner Kohl noch drei verbliebene Vollerwerbslandwirte und dazu noch weitere drei produzierende Betriebe sowie zwei Dienstleistungsunternehmen und ein angemeldetes Handelsgewerbe.

„Diesen Wandel vom Bauerndorf zum Wohndorf aktiv zu gestalten – das war bereits sehr früh den Atzmannsrichtern ein Anliegen. Und so gründete der damalige Ortssprecher Josef Bäumler schon 1990 einen Dorfausschuss, welcher die Interessens vertretung des Dorfesbildete und die Aktivitäten bündelte und steuerte“, weiß Kohl zu berichten.

Weiter erzählt er: „Somit waren wieder die ersten Schritte für eine langfristige und nachhaltige Dorfentwicklung eingeleitet“.

Ferner wurden laut Kohl zu dieser Zeit bereits die ersten Gespräche über eine Dorferneuerung begonnen. Aufgrund der vielen positiven Gespräche, der erfolgreichen Bürgerbefragung, der vielen Anregungen aus dem Arbeitskreis und der Bürgerinformationen ergab sich hierein großes Handlungspotenzial.

Wir wollen ein Gemeinschaftshaus

Vorrangiges Anliegen war allen Beteiligten, einen zentralen Ort der Begegnung, ein Gemeinschaftshaus in Atzmannsricht zu schaffen. Daher wurde bei der Gemeinde Gebenbach das Anliegen vorgebracht, über eine vereinfachte Dorferneuerung die Realisierung der geplanten Maßnahmen zu fördern.

Die Erarbeitung des Zehn-Punkte-Maßnahmenkataloges fand statt im Rahmen der Bürgerbeteiligung sowie mit der Einbindung der kommunalen Mandatsträger statt.