Hochwasser und Überschwemmung

09.08.2018
Hochwasser und Überschwemmung

Wie verhalte ich mich richtig und welche Versicherung zahlt im Schadensfall?

Starkregen kann auch Orte weit abseits von Gewässern überschwemmen. Die Raiffeisenbank weiß, wie Betroffene reagieren sollten: Man sollte darauf achten, dass Fenster sowie Balkon und Verandatüren geschlossen sind. Heizungen und elektrische Geräte im Keller sollten ausgeschaltet und gefährdete Räume mit Brettern abgedichtet werden. Auch Sandsäcke bieten Schutz. Wertvolle Gegenstände und Dokumente sollten in Sicherheit gebracht und gefährliche Stoffe wie Chemikalien abtransportiert werden.

Wer zahlt?
Die Kosten für Reparaturarbeiten am Wohngebäude wie beispielsweise die Gebäudetrocknung oder Instandsetzung des Mauerwerks übernimmt eine Wohngebäudeversicherung mit entsprechender Elementardeckung. Diese muss vom Kunden zusätzlich abgeschlossen worden sein. Die Elementar-Zusatzdeckung in der Hausratversicherung kommt für beschädigtes oder zerstörtes Wohnungsinventar auf. Sollte durch Starkregen das Grundstück überflutet werden oder Wasser unter der Eingangstür durchlaufen und die Garderobe, den Wohnzimmerschrank oder das Sofa beschädigen, ersetzt die Versicherungden Wiederbeschaffungswert des beschädigten Mobiliars. Die Elementardeckung deckt nicht nur das Risiko nach Überschwemmung durch Gewässer ab, sondern auch durch Starkregen und Rückstau. Daher ist diese Zusatzversicherung auch für Kundenwichtig, die fern von Gewässern leben.

Was tun nacheinem Schadensfall?
Nach einer Überschwemmung gilt es, das Ausmaß des Schadens zu begrenzen und so schnell wie möglichden Normalzustand wiederherzustellen.

Dabei gibt es einige Punkte zu beachten:
■ Erreichte Wasserstände sollten markiert und Schäden dokumentiert werden.
■ Wichtig ist, den Schaden beispielsweise durch Abpumpen des Wassers, Reinigung und Trocknung des Gebäudes sowie der durchnässten Einrichtung so gering wie möglich zu halten.
■ Bevor elektrische Geräte wieder in Gang gesetzt werden, sollten Betroffene diese überprüfen lassen, da im schlimmsten Fall Lebensgefahr bestehen kann.
■ Die Versicherung benötigt Informationen über Verluste und voraussichtliche Kosten so schnell wie möglich. Es wird unbedingt geraten, zerstörte oder beschädigte Gegenstände erst nach Rücksprache zu entsorgen.

Kfz-Schäden:
■ Betroffene sollten das Wasser aus dem Fahrgastraum ablaufen lassen, indem sie die Fahrzeugtüren und den Kofferraum öffnen.
■ Lose Fahrzeuginnenteile wie Fußmatten oder Bezüge können entfernt und an der Luft getrocknet werden. Trocknungsversuche mit Hilfsmitteln wie etwa einem Fön sind gefährlich und sollten unterlassen werden. Auch sollte die Innenverkleidung nicht ausgebaut werden da sie verzieht und später nicht mehr eingebautwerden kann.
■ Auf keinen Fall darf der Motor eines überschwemmten Fahrzeugs gestartet werden.
■ Ein Fachmann muss die Batterie abklemmen. Was auch immer die Überschwemmung anrichtet: Die Allianz rät Betroffenen, schnellstmöglich ihren Versicherungsvertreter zu informieren oder die kostenlosen Schadenhotlines anzurufen.