Für Notfälle sensibilisiert

05.11.2018
Für Notfälle sensibilisiert

Projekt „Disco-Fieber“ zur Alkoholprävention – Zahlreiche Rettungskräfte informieren Schüler

Schnaittenbach. (ads) Dramatische Szenen eines schweren Disco-Unfalls erlebten die Neuntklässler der Schnaittenbacher und der Freudenberger Mittelschulen dieser Tage hautnah im Pausenhof der Schnaittenbacher Schule als der Kreisjugendring mit dem Projekt „Disco-Fieber“ zur Alkoholprävention an die Einrichtung kam.

Die Schnaittenbacher Mittelschule war die erste Einrichtung im Landkreis Amberg-Sulzbach, an der diese aufwendige Aktion gezeigt wurde, die den Jugendlichen drastisch die Folgen von Alkohol am Steuer aufzeigt. Dementsprechend beeindruckt waren Schüler wie Lehrer nach der Aktion.

Der Schulleiterin, Rektorin Michaela Bergmann, und ihrer Stellvertreterin Sabine Spindler liegt Alkoholprävention sehr am Herzen. So zögerte die Schulleitung auch nicht lange, als der ehemaligen Schüler und jetzige BRK-Sanitäter Nicolas Stoffregen anfragte, ob die Schnaittenbacher Mittelschule Interesse an der Aktion habe. Die Freudenberg Mittelschule wurde mit ins Boot geholt, sodass insgesamt 40 Schüler an der Aktion teilnahmen.

Die Leitung des Projekts „Disco-Fieber“ haben Cornelia Bäuml und Franziska Hufnagel vom Kreisjugendring Amberg-Sulzbach. Sie bekamen Unterstützung von der Freiwillige Feuerwehr Schnaittenbach unter Leitung von 1. Kommandant Michael Werner, dem Ersten Polizeihauptkommissar Hans-Peter Klinger von der Polizeiinspektion Amberg, dem Notfallseelsorger Tim Saborowski, BRK-Sanitäter Nicolas Stoffregen und Hubert Ritz von der Gebietsverkehrswacht Hirschau-Schnaittenbach.

Stellvertretender Bürgermeister und Lehrer Uwe Bergmann appellierte an die Schüler, den Vormittag aktiv zu nutzen, sind sie doch als zukünftige Verkehrsteilnehmer auch für das Leben anderer mit verantwortlich. Mit dieser Aktion soll laut Bergmann ein höheres Bewusstsein geschaffen werden für die Gefahren mit Alkohol am Steuer.

Die Schüler erlebten, wie Rettungskräfte bei einem Verkehrsunfall um das Leben der Verunglückten kämpfen. Eine im Auto eingeklemmte „Verletzte“ wurde mit Hilfe hydraulischer Rettungsgeräte durch Entfernen der Türen und B-Säule gerettet und anschließend dem Sanitätsteam übergeben. Diese Vorführung hinterließ bewegende, nachhaltige Eindrücke bei allen Teilnehmern.

In Anschluss daran durften die Schüler an drei Stationen selbst tätig werden. In der Turnhalle konnten sie sogenannte Rausch- und Drogenbrillen testen. Diese simulieren beim Aufsetzen durch ihre speziell gestalteten Gläser Beeinträchtigungen nach dem Konsum von Alkohol oder Drogen: Tunnelblick, fehlende Rundumsicht, Doppeltsehen und das Gefühl von Unsicherheit und Verwirrung. So war es nicht einfach einen kleinen Parcours mit Bobbycars zu durchfahren oder einfach nur auf einer Linie gerade aus zu gehen. Bei Station 2 wurden die 9. Klässler mit der Technik und Handhabung eines Pulverfeuerlöschers vertraut gemacht, um danach selbst ein Feuer in einer Wanne mit dem Gerät zu löschen. Bei der letzten Station wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Schnaittenbach demonstriert, was passiert, wenn man einen Fettbrand mit Wasser löscht. Der dabei entstandene Feuerball beeindruckte nachhaltig.

Nachdem sich alle an der FruchtBAR mit einem alkoholfreien Caipirinha gestärkt hatten, gab es noch anschauliche Berichte von den Mitarbeitern der Rettungskräfte über ihre Arbeit und ihre ganz persönlichen Empfindungen dabei.

Cornelia Bäuml vom Kreisjugendring zeigte sich hoch erfreut über die gute Resonanz der Schüler und Lehrer. Sie informierte, dass die Frucht-BAR beim Kreisjugendring für das Mixen von alkoholfreien Cocktails bei Veranstaltungen auch ausgeliehen werden kann, ebenso wie ein Pizzaofen und eine Hüpfburg.