Roten Kreuz auf den Zahn gefühlt

18.12.2018
Roten Kreuz auf den Zahn gefühlt

Kinder aus der Antonius-Kindertagesstätte lernten, wie die Retter im Notfall helfen

Hirschau. (u) Wie reagieren clevere Erzieherinnen, wenn sich die Kinder beim Freispiel über das Thema Unfälle und Blut unterhalten? Sie holen sich Fachleute ins Haus, zum Beispiel vom Roten Kreuz! Genau das tat das Team des Antonius-Kindergartens.

Ein Problem beschäftigte die Kleinen ganz besonders: Verliert ein Mensch nach einem Unfall oder einer Operation viel Blut, dann muss er sterben. Warum müssen aber Menschen, die Blut spenden, nicht sterben? Wie geht eigentlich Blut spenden? Und wie funktioniert das, dass der Körper selber neues Blut bildet? Fragen über Fragen!

Mit diesen konnten die Kinder kurz darauf Johannes Sellmeyer, den Leiter der BRK-Bereitschaft und Ex-Wachleiter Ulrich Gerlach ausgiebig löchern. Die Chef-Sanitäter ließen sich nicht lange bitten. Sie folgten spontan der Einladung der KiTa-Leiterinnen Alexandra Birzer und Evelyn Högl und fuhren mit dem Rettungswagen im Hof des Kindergartens vor.

Bevor ihn die Kinder inspizieren durften, standen die beiden BRK’ler den Kleinen Rede und Antwort und bewiesen dabei viel Geduld. Sie erklärten unter anderem, warum Knochen brechen oder warum es weh tut, wenn man sich in den Fingerschneidet, man aber beim Haareschneiden keine Schmerzen hat.

Geklärt wurde, welche Organe der Mensch hat und wie eine Narkose aussieht. Highlight war dann die Besichtigung des Rettungswagens und der darin vorhandenen Gerätschaften.

Da durften die Kinder ihre Nasen in eine Sauerstoffmaske stecken, durch die 100-prozentiger medizinischer Sauerstoff strömte, und beim EKG den eigenen Herzschlag betrachten. Den Ausdruck durften sie mit nach Hause nehmen. Für die Krippenkinder war es eine Freude, mit der höhenverstellbaren Trage Aufzug zu fahren.

Nachdem Uli Gerlach die persönliche Ausrüstung der Sanitäter erklärt hatte, tauchte die Frage auf, wo diese sich umziehen. Daheim, dachten die Kinder, wo sie auch den Rettungswagen vermuteten. Der Irrtum wurde umgehend aufgeklärt!

Der Wagen steht nämlich in der Rettungswache! Diese wurde am nächsten Tag aufgesucht. Selbst die Krippenkinder waren mit von der Partie. Schulungs-, Aufenthalts- Freizeit- und Lagerraum, Büroräume, Küche, Bad, Schlaf- und Ankleidezimmer – überall durften sich die Gäste umsehen. Bei Daniel Reger konnte man sich mit Spritzen und Verbandmaterial vertraut machen. Schließlich ging es in die Garage zu den Einsatzfahrzeugen. Dort erwartete die Kinder ein unvergessliches Erlebnis: Sie hörten den Funkverkehr für eine (fingierte) Einsatzmeldung mit, worauf bei den Fahrzeugen das Blaulicht aufblinkte und das Martinshorn losheulte.

Eindrucksvoller – für die Kinder wie ihre Erzieherinnen – hätten die zwei Tage mit neuen und interessanten Informationen gefüllten Tage mit den Sanitätern nicht enden können.