Das Wandern ist des Fischers Lust

30.04.2019
Das Wandern ist des Fischers Lust

Hirschau. (u) „Das Wandern ist des Müllers Lust“ lautet die erste Zeile des bekannten Volks- und Wanderliedes. Der Text wurde 1821 verfasst, 150 Jahre, bevor in Hirschau am 11. Januar 1971 der Wanderverein aus der Taufe gehoben wurde. Einer der 27 Wanderfreunde der ersten Stunde war Felix Fischer.

Er dachte damals sicher nicht daran, dass er den Wanderverein einmal als 1. Vorsitzender führen würde – und dies stolze 32 Jahre lang. Von 1986 bis zum 27. Januar 2019 marschierte Felix Fischer an der Spitze des Vereins und war dessen unermüdlicher Motor. Die Hirschauer hätten die Liedzeile getrost in „Das Wandern ist des Fischers Lust“ umtexten können.

Schwer zu schätzen, an wie vielen Wochenen den Felix Fischer bei auswärtigen Wandertagen auf Schusters Rappen unterwegs war! Vor Jahren nahm man jährlich noch an gut 50 Wandertagen teil. Da so mancher Wanderverein zwischenzeitlich nicht mehr existiert, konnte man zuletzt nur mehr knapp 40 Wandertage besuchen. Noch schwerer fällt die Schätzung, wie oft das Telefon bei Fischers geläutet hat, weil sich Mitglieder, die mit auf Wanderschaft gehen wollten, bei ihm dafür angemeldet haben.

Besonders gefordert war Felix Fischer jedes Jahr beim „Internationalen Hirschauer Volkswandertag“. 33 Mal oblag ihm die Organisation und 33 Mal wurde der Wandertag zu einem vollen Erfolg. Dabei konnte Fischer stets auf großartige Unterstützung durch eine Vielzahl von Helferinnen und Helfern zählen. Gemeinschaftsgeist wurde groß geschrieben unter seiner Führung.

Dieser war in hohem Maß bei einem Projekt gefragt, das immer mit Felix Fischers Namen verbunden bleiben wird – das Gerätehaus an der Sudetenstraße. Dass der Verein ein solches benötigt, hatte schon sein Vorgänger Hans Niebler erkannt. Man brauchte zum Abhalten der Wandertage eine Unmenge von Utensilien.

1980 schien das Problem gelöst, als man nach der Genehmigung durch das Landratsamt im September mit dem Bau eines Gerätehauses nahe der Hummelmühle begonnen hatte. Aber – Ende Oktober wurde man dann aufgefordert, den Bau wegen der Gefährdung der Ehenfelder Wasserversorgung einzustellen.

Das Problem der Geräteunterbringung blieb, bis die Stadt 1992 ein Grundstück an der Sudetenstraße anbot und ein Erbpachtvertrag abgeschlossen wurde. Der Spatenstich erfolgte am 15. Mai 1992. Unter Führung von Felix Fischer und Hans Niebler leisteten die Mitglieder 4 630 Arbeitsstunden, bis das Gerätehaussamt Aufenthaltsraum am 5. November 1994 eingeweiht wurde.

Seither treffen sich die Wanderfreunde dort zu Monatsversammlungen, Advents und Faschingsfeiern sowie anderen Veranstaltungen. Zu einer geselligen Angelegenheit wurden immer auch die mehrtägigen Familienreisen, die Fischer für die Mitglieder organisierte.

Ein großes Anliegen war ihm die Markierung und Pflege der ca. 50 Kilometer Wanderweger und um Hirschau. Beispiele sind der „Hirschauer Turmweg“ vom Fuße des Kalvarienbergs zum Rödlasgipfel und der „Drei-Gipfel-Weg“ mit den Stationen Monte Kaolino, Wenzelsberg und Rotbühl.

Für sein vorbildliches Engagement erhielt Felix Fischer zahlreiche Ehrungen. So wurde er 2007 mit der „Verdienstplakette in Gold des Deutschen Volkssportverbandes“ ausgezeichnet. 2011 erhielt er den „den letzten Ehrenkrug des Bezirksverbandes“. Am 27. Januar 2019 verlieh ihm der DVV-Bezirksvorsitzende Kummetsteiner als erstem Wanderfreund in Deutschland die neu geschaffene Ehrennadel „Dank für 45 Jahre Verdienst im Verein“.

Die Wanderfreunde wissen, was sie ihrem langjährigen Vorsitzenden zu verdanken haben. Einstimmig befürworteten sie bei der Jahreshauptversammlung den Vorschlag seines Nachfolgers Christian Renner, Felix Fischer zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Die Urkunde wird ihm im Rahmen des 49. Hirschauer Volkswandertages am 16. Juni überreicht.