Schönheitskur fürs Gotteshaus

30.04.2019
Schönheitskur fürs Gotteshaus

Schnaittenbach / Kemnath a.B. (ads) Eine Mammutaufgabe hat die Pfarrei St. Margareta in Kemnath am Buchberg mit der Sanierung ihrer Pfarrkirche zu bewältigen. Das Großbauprojekt gliedert sich in drei Bauabschnitte und schlägt mit insgesamt 1,1 Million Euro zu Buche. Heuer wird die Kirchturmsanierung mit Umgestaltung der Kirchturmspitze in Angriff genommen.

Bereits 2003 war der damaligen Kirchenverwaltung der Pfarrei St. Margareta bekannt, dass die Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche un umgänglich sein wird. Für das gesamte Bauvorhaben, welches in drei Bauabschnitten erfolgen sollte, wurde eine Kostenberechnung erstellt. Doch die Renovierung der Pfarrkirche innen und außen wurde zunächst zurückgestellt.

Lediglich der Innenbereich der Sakristei mit Erneuerung der Einrichtung, die Instandsetzung des Treppenhauses und des Gruppenraumes, die Erneuerung der Fenster und Türen und der Neubau eines WC erfolgten dann 2004.

2013, neun Jahre später, erlangte die Kirchensanierung ungeahnte Dringlichkeit, als wegen des undichten Dachs Regenwasser in Turm und Kirchenschiff eindrang. Die Kirchenverwaltung stellte einen Antrag auf die Sanierung von St. Margareta bei der Diözese Regensburg, um die Schäden zu begrenzen.

Am Pfingstmontag, 25. Mai 2015, kam Bischof Rudolf Voderholzer auf Einladung der Haflingerzüchter und Pferdefreunde Kemnath a.B. zum Jubiläumspfingstritt nach Kemnath a.B. und stattete auch der Pfarrei St. Margareta einen Pastoralbesuch ab. Dabei erkannte er den dringenden Handlungsbedarf bei der Innen- und Außensanierung der Kirche.

Bereits im Juli 2015 erfolgte dann der Erstbesuch der Architektinnen Hackl und Faderl der Diözese Regensburg. Der große Umfang der Renovierung der Pfarrkirche wurde von ihnen empfohlen. Architekt Sebastian Kiendl wurde als Planer für die Baumaßnahme beauftragt, nachdem die Bischöfliche Stiftungsaufsicht grünes Licht für die Renovierung gegeben hatte.

Weil wegen defekter Elektroleitungen im Dachboden Gefahr in Verzug war, erfolgte als vorgezogene Maßnahme 2016/2017 die Ertüchtigung der Deckenbeleuchtung der Pfarrkirche St. Margareta. 2018 folgten die Schädlingsbekämpfung in der gesamten Kirche und die Notinstandsetzung der Deckenkonstruktion im Dachboden inklusive Isolierung.

Die Kirchturmsanierung steht nun 2019 an. Damit wir dauch die Umgestaltung der Kirchturmspitze einhergehen. So wird ihr Aussehen wieder an die ursprüngliche Gestalt vor der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg angepasst.

„Zum Ende des zweiten Weltkriegs wurde Kemnath a.B. von den Amerikanern bombardiert und dabei wurde unter anderem der Kirchturm zerstört“, erinnert Kirchenpfleger Anton Gebert. Nach dem Krieg war kein Geld da, mit einem provisorischen Kirchturm hätte man die Zeit bis zum Bau eines neuen Kirchturms im Jahr 1956 überbrückt.

Der dann erbaute Kirchturm hätte laut Gebert vom Aussehen her dem Provisorium entsprochen. „Die Kirchturmsanierung bietet nun die einmalige Gelegenheit, dem Kirchturm von St. Margareta sein ursprüngliches Aussehen zurückzugeben und dessen Status eines Provisoriums zu beenden“, macht Anton Gebert bewusst.

Für die Kirchturmsanierung sind rund 383 000 Euro zu schultern. Kirchenpfleger Gebert ist überzeugt, dass die Pfarrei die Renovierung ihres Herzstückes, der Pfarrkirche, meistern wird, obwohl das eine große finanzielle Herausforderung für die kleine Gemeinde darstellt. Sie wird sich über viele Jahre hinziehen.

Was jedoch Anton Gebert sehr zuversichtlich stimmt, ist die große Bereitschaft der Bevölkerung, mitzuhelfen mittels Spenden und Eigenleistung. Dass die Pfarrangehörigen ein reges Interesse an der Sanierung der Pfarrkirche haben, bewies die dazu durchgeführte Spendenaktion im Jahr 2018. Die Spendenbereitschaft war groß und so kamen knapp 60 000 Euro zusammen. Das hohe Spendenaufkommen beeinflusste sicherlich auch die Genehmigung der Umgestaltung der Kirchturmspitze durch die Stiftungsaufsicht der Diözese.

Die Kirchturmsanierung soll in diesem Jahr noch abgeschlossen werden. Erst wenn dann wieder genügend Rücklagen vorhanden sind, kann die Renovierung des Kirchenschiffs beginnen.