Große Freiheit im Unterricht

30.04.2019
Große Freiheit im Unterricht

Schnaittenbach. (ads) Als ersten Schule im Landkreis Amberg-Sulzbach wurde dieser Tage der Grund- und Mittelschule Schnaittenbach der begehrte Modus-Status verliehen. Diese Auszeichnung des Kultusministeriums an Schulen, die bei der Externen Evaluation besonders gut abgeschnitten haben, entspricht einer Lockerung der üblichen Schulordnung und damit einer großen Freiheit in der Unterrichtsgestaltung.

Eingangs der Verleihung des Modus-Status an die Grund- und Mittelschule Schnaittenbach wurden die zahlreichen Gäste in den Schulalltag per Film entführt, der klar machte, dass hier an der Schule die Musik den Ton macht.

Bürgermeister Sepp Reindl wusste sich bei der Verleihung des Modus-Status an die Grund- und Mittelschule auf einer besonderen Veranstaltung. Nach der Auszeichnung zur Musikalischen Grundschule sei laut Reindl der Einrichtung nun auch der Modus-Status verliehen worden. Diese stolze Leistung der Schule verdiene nach seinen Aussagen allen Respekt.

Irmgard Birner vom Elternbeirat drückte ihre Freude über die Verleihung des Modus-Status an die Schule aus. Sie lobte das große Engagement und den Einfallsreichtum der Lehrer und deren ausgezeichnete Zusammenarbeit zum Wohl der Kinder. Ein großes Lob gab es seitens des Elternbeirats für Rektorin Michaela Bergmann und ihre Stellvertreterin Gabi Schindler als ausgezeichnetes Führungsteam und als motivierende Kräfte für die gesamte Schulfamilie.

„Ihr könnt stolz auf eure Schule sein, denn mit dem MODUS-Status ausgezeichnet zu werden ist wahrlich etwas ganz Besonderes. Nur wenige Schulen in Bayern dürfen dieses Logo auf ihre Fahne schreiben“, versicherte Schulrat Stephan Tischner der gesamten Schulfamilie eingangs seiner Laudatio.

Um den MODUS-Status erhalten zu können, benötigte nach seinen Aussagen eine Schule herausragende Ergebnisse in der Externen Evaluation, insbesondere in Bereichen wie „Systematik der Qualitätsentwicklung“, „Interessensförderung“, „Förderung der Identifikation mit der Schule“, „Förderung der Lernmotivation“, „Förderung überfachlicher Kompetenzen“ und „individuelle Unterstützung“.

Die Grund- und Mittelschule Schnaittenbach zeige laut Tischner seit langem Mut und Aufgeschlossenheit zur Innovation, Mut zur stetigen und stets systematischen Optimierung von Schule und Unterricht. Das habe das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus anerkannt und ermutigt sie nun ausdrücklich, damit Ihren Weg weiterzugehen – und sogar noch eines draufzusetzen.

„Der MODUS-Status berechtigt eine Schule nicht nur Weiterentwicklungsmaßnahmen zu erproben, er gestattet dieser auch, von den Schulordnungen abzuweichen, soweit sichergestellt ist, dass die Lehrplan-Ziele erreicht und den Schülern keine Nachteile bei Abschlüssen oder beim Erwerb schulischer Berechtigungen entstehen“, betonte Tischner, der der Schule zum Modus-Status gratulierte.

Rektorin Bergmann erläuterte das vom Schulrat als vielversprechend gepriesene Unterrichtskonzept der Grund- und Mittelschule Schnaittenbach. „Grundsätzlich haben wir durch den Modus-Status viel größere Freiheit im Unterrichtsangebot und können Kurse anbieten, die Schüler nach Interesse oder Übungsbedarf belegen können“, erläutert Bergmann.

Auch die Lehrkräfte würden die größeren Freiheiten sehr schätzen, seien sich aber ihrer Verantwortung den Schülern über bewusst, die auf den Schulabschluss vorbereitet werden müssten. Die Schnaittenbacher Schule setze laut Bergmann dabei auf das „Dalton“-Konzept. Damit gebe es in der Grundschule in den Klassen 3/4 Heimat- und Sachkundeunterricht stark verkürzt, als Ersatz dafür jeweils fünf parallele „Dalton“-Kurse mit einer jeweiligen Dauer von sechs Wochen, an denen die Schüler nach Interesse teilnehmen könnten. Themen seien beispielsweise Leben im Ozean, Vulkane, das Sonnensystem, Bionik, Schnaittenbach früher und heute und das alte Rom.

In Musik sei es laut Bergmann genauso. Hier gebe es Kurse zur Orff, Percussion und Drums, Musik und Spiel, Musik und Bewegung und Experimente mit Musik. Themen seien beispielsweise Rhythmen mit Alltagsgegenständen, ein Bilderbuch vertonen und Musik gestalten mit Handgeräten.

In Englisch in der Mittelschule würden nach Information der Schulleiterin Kurse zu Grammatik, englische Liederarbeit, Vokabeltraining, Referieren und Dialogführung auf Englisch angeboten. „Durch die ’Dalton’-Kurse ist es uns möglich, individuell auf die Stärken und Schwächen der Kinder einzugehen und sie bestens zu fördern“, freut sich Michaela Bergmann.