Für das Leben lernen

30.04.2019
Für das Leben lernen

Freudenberg. (u) „Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“, schrieb der römische Philosoph Seneca. Dass die Weisheit an der Mittelschule Freudenberg gelebte Realität ist, bewies der Tag der offenen Tür. Eine stattliche Anzahl von Müttern und Vätern war der Einladung zu der von Konrektorin Andrea Widder initiierten und organisierten Veranstaltung gefolgt.

Eröffnet wurde der Nachmittag von Rektorin Gabriele Krettner. Sie hoffte, man könne mit dem Tag der offenen Tür dazu beitragen, dass die Mittelschule als gleichberechtigt neben anderen Schularten gesehen wird. Die Freudenberger Mittelschule sei eine sehr lebendige. Dass sie klein ist, mache es möglich, die Schüler individuell zu fördern und zu fordern. Nach der 9. Klasse könne man sie selbstbewusst und gut vorbereitet ins Berufsleben entlassen.

Krettner erinnerte an einen Zeitungsbericht über ein Werkstattgespräch mit Meistern, Mitarbeitern von Handwerksbetrieben und Politikern. Sie beklagten den fehlenden Nachwuchs, die geringe Wertschätzung für das Handwerk und die dagegen stehende Akademiker schwemme. Einher gehe dies mit einer Abwertung des Mittelschulabschlusses und der oft mangelnden Bereitschaft von Schulen, für das Erlernen eines Handwerksberufes zu werben. Die Gesprächsteilnehmer forderten, Eltern verstärkt bewusst zu machen, dass das Handwerk goldenen Boden habe. Die Förderung von Mittelschulen müsse ein Schwerpunkt der Aufgaben des Kultusministeriums sein.

In diese Kerbe schlug auch Bürgermeister Alwin Märkl. Er sah in der Mittelschule eine wichtige Säule des bayerischen Bildungssystems. Zusammen mit der Grundschule habe sie in der Gemeinde Freudenberg einen hohen Stellenwert. Wie Rektorin Krettner dankte er allen, die bei der Gestaltung des Tages der offenen Tür mitwirken.

Zu denen zählten zunächst die Fünftklässler. Unter Leitung ihrer Lehrerin Sabrina Haselsteiner sorgten sie für einen gelungenen musikalischen Auftakt. Danach führten sie als Guides die Gäste zu den zwölf vorbereiteten Stationen. Sechs davon waren mit außerschulischen Partnern besetzt.

In der Schulküche demonstrierte Marco Ries, Inhaber der heimischen Bäckerei, wie man den Teig zur Brezen formt. Der Lintacher Peter Göbl von der Firma Holz Bösl informierte im Werkraum über seine Arbeit als Trockenbauer. In der Lichtaula konnte man unter der Regie von Kerstin Maunz vom „Dorner Boder“ an einem Übungskopf erste Versuche im Schneiden und Föhnen von Haaren machen.

Geschäftsführer Markus Weiß von der Firma Elektro Lück weckte mit praktischen Vorführungen das Interesse für das Elektro-Handwerk. Konditor, Koch und Spitzengastronom Kilian Schön, 1993 Absolvent der Freudenberger Schule, berichtete über seinen beruflichen Werdegang. Das außerschulische Personalangebot rundete Berufsberater Bernhard Gresser von der Amberger Agentur für Arbeit ab. Mit Franziska Bodensteiner und Daniela Sperl schilderten zwei Mütter ihre Erfahrungen mit der Freudenberger Mittelschule.

Im Physikraum demonstrierten LAA Matthias Graf und seine Schüler mit einem Versuch einen Vulkanausbruch. Im Informatikraum waren die Schüler unter der Regie von Lehrer Simon Klösel mit Lernprogrammen am Computer beschäftigt. Die Technikgruppe der 9. Klasse erläuterte den Herstellungsprozess der von ihnen gefertigten Beamerhalter.

Lehrerin Teresa-Maria Kellner und die SMV-Mädchen beschäftigten sich mit Einsparmöglichkeiten beim Strom und Wasserverbrauch. Die Planung und Herstellung eines Buffets war Thema der Gruppe Soziales unter Leitung von FLin Maria Delling. Zusammen mit dem Elternbeirat und seiner Vorsitzenden Angelika Hirn-Demleitner sorgte sie für die Verköstigung der Besucher.