Der große Hagelschlag und andere Naturkatastrophen

24.06.2019
Der große Hagelschlag und andere Naturkatastrophen

Hirschau. (u) Der Fronleichnamstag 2018 wird den Hirschauern noch lange in alles andere als guter Erinnerung bleiben. An besagtem 31. Mai ging ein Unwetter über der Stadt nieder. Die Amberger Zeitung meldete: „In Hirschau regnete es rund 50 Liter pro Quadratmeter, das Wasser stand teilweise 30 Zentimeter hoch auf der Straße, Keller waren vollgelaufen. Zahlreiche Autofahrer verloren beim Durchqueren der Wassermassen auf der B14 ihre Nummernschilder.“ Der Schuldige für die Naturkatastrophewar schnell ausgemacht: der Klimawandel.

Davon wussten die Hirschauer vor 90 Jahren verständlicherweise noch nichts. Am 4. Juli 1929 verursachte ein verheerendes Unwetter schwerste Schäden. Die Amberger Volkszeitung berichtete damals über den „großen Hagelschlag“: „Kein Haus, kein Stadel, kein Garten blieb vom Unwetter verschont. Die Dächer sind durchlöchert und die Fenster an der Westseite fast alle zerschlagen. Es besteht gar keine Aussicht mehr, dass ein Saatgetreide heuer noch eingebracht werden kann, nicht einmal das Stroh für den Hausgebrauch. Die hiesigen Landwirte sind derart beschädigt, daß sie in ihrer Notaufschreien möchtem.“

Rote Ränder
Bei der Schlossbrauerei Dorfner gab es 65 eingeschlagene Fensterscheiben und zur Wiederbedachung der Gebäude war ein Waggon Ziegeltaschen notwendig. Beider starken Nachfrage nach Dachziegeln entstanden Lieferschwierigkeiten.

Der heutige Brauereibesitzer Franz Dorfner erinnert sich, dass seine Oma davon erzählte. Ein Augenzeuge schilderte damals seine Eindrücke: „Gegen drei Uhrnachmittags konnte man nach einer unerträglich lähmenden Hitze am Horizont von Südwesten und Westenher eine eigentümliche Wolkenbildung mit rötlichen Rändern sehen. Kurz darauf kam ein starker Windstoß und das Gewitter entlud sich mit Hagel. Die Hagelkörner hatten die Größe von Hühnereiern. “So gesehen sind die Hirschauer am 31. Mai 2018 noch recht glimpflich davongekommen.

Wahrscheinlich hatte somancher Hirschauer an besagtem 4. Juli 1929 noch all zu gut das Unwetter und seine verheerenden Folgen im Hinterkopf, das knapp zwei Jahre vorher über der Stadt niedergegangen war – in der Nacht vom 2./3. August 1927. Darüber berichtet die Hirschauer Zeitung in ihrer Ausgabe vom 4. August 1927: „Von einem schweren Unwetter wurde Hirschau in der Nacht vom 2./3. August heimgesucht. Nahezu 3 Stunden blitzte und donnerte es ununterbrochen. Ungeheure Wassermassen stürzten hernieder. In Richtung Krickelsdorf ging ein Wolkenbruch nieder. In kürzester Zeit verwandelte sich der sonst unbedeutende Walkbach in einen reißenden Fluß, der die ganze Nordseite der Stadt überschwemmte und teilweise sogar in die Häuser eindrang. Die Familie Gustav Fink auf der Walk mußte auf das Hausdach flüchten. Von dort aus wurde sie gerettet. Die freiwillige Feuerwehr und Nachbarn beteiligten sich an dem Rettungswerke. Die Familie Fink wurde auf die drohende Gefahr erst durch das seltsame Gebaren ihres Hundes aufmerksam.

Weiher „abgerissen“
Angeschwemmtes Holz (Stöcke und Scheiter), eingedrückte Gartenzäune usw. bezeichnen den Weg, den das Wasser genommen hat. Fast alle Weiher sind abgerissen, die übrigen Weiher wurden überschwemmt und sind so ziemlich alle Fische durch. Der an Grundstücken, am Getreide und an den Weihern entstandene Schaden ist beträchtlich. Glücklicherweise zündete keiner von den vielen Blitzschlägen, die in dieser Nacht niedergingen.“

Freilich waren die Gewitternacht vom 2./3. August 1927 und der große Hagelschlag nicht die einzigen Naturkatastrophen, die in Hirschau vorlanger Zeit große Schäden anrichteten.

(Fortsetzung folgt in Schnaittenbach: "Der große Hagelschlag ...")