Der große Hagelschlag ...

24.06.2019
Der große Hagelschlag ...

Ein markantes Datum ist der 28. Juni 1830. In der Chronik steht zu lesen: „Der Stadtweiher (Weiher um die Stadt) bestand bis zum Jahre 1830. Am 28. Juni ging ein Wolkenbruch nieder und riß den Weiher ab. Eine Menge Fische ging zu Grunde. Dem Herrn Pfarrer nahm das Hochwasser die Fischgrube mit und ließ sie auf der Straße vor dem mittleren Thore stehen. Bei Lederer Simon, nun Trösterhaus, stieg das Wasser so hoch, daß ein Fisch in der Tischlade sich befand. Die ganze Stadt stand unter Wasser. Als der Damm bei der unteren Mühle durchbrach, fiel das Wasser.“

Furchtbare Verwüstung
Noch weit schlimmer betroffen von diesem Unwetter war offenkundig Schnaittenbach. So schreibt Pfarrer Wittmann in seiner Chronik: „Eine furchtbare Überschwemmung und Verwüstung ereignete sich am 28. Juni 1830. Zwar richtete die Überschwemmung an allen benachbarten Orten mehr oder weniger Schaden an, doch nirgends einen größeren als in Schnaittenbach. Abends 9 Uhr fiel unter Blitz und Donner und unter einem heftigen Windsturm häufiger Regen. In kurzer Zeit hatte man Wasser in den Ställen, es überschwemmte den Marktplatz, so daß Sägbäume da selbst schwammen und schwoll so sehr an, daß es im Pfarrhaus zwei Schuhhoch aufdämmte.

Der Weiherdamm an der Lohmühle war in wenigen Minuten durchbrochen; die reißenden Fluten zerstörten die Mühle und nahmen Stall und Schweine mit fort, verwüsteten den Pfarrgarten und ertränkten zwei Ochsen des Nachbarn im Stalle des Hauses, wo Eltern und Kinderbeisammen waren, blieb zur Rettung nichts anderes mehrübrig, als daß sie sich auf den Ofen flüchteten.

Nur der bald erfolgte Durchbruch des unteren Dammes rettete sie vor dem augenscheinlichen Tode. Als der Damm nach gab, war in einem Augenblick das Hirtenhaus, dessen Bewohner sich noch zur rechten Zeit geflüchtet hatten, von den Wellen verschlungen und ein Teil des jenseitigen Zimmermannshauses samt Nebengebäuden ein Raub der Fluten geworden. Die Straße nach Hirschau war auf mehr als 100 Fuß Länge gänzlich vernichtet, so auch bei Holzhammer. “Nach Erzählungen älterer Bürger soll das Gewitter über einen Tag gedauert haben.

Wasser kniehoch
Wesentlich jüngeren Datums ist ein „Schweres Unwetter über Raum Wernberg-Amberg“, wie die AZ vom 13. August 1955 titelt. „In den späten Mittagsstunden des vergangenen Mittwoch (10. August) entlud sich über dem hiesigen Gebiet ein schwerer Wolkenbruch.

Der dicht strömende Regen hielt etwa zwei Stunden an und setzte weite Straßen- und Flurgebiete, Häuser und Scheunen unter Wasser. Der Höhepunkt des Wolkenbruchs, wie man ihn hierzulande noch kaum erlebte, vollzog sich bei Immenstetten – Steininglohe. Die Straße Hirschau-Schnaittenbach war vorübergehend gesperrt, da das Wasser in kniehohen Fluten über die Fahrbahn schwoll und außerdem Heuschober mit sich führte. Die Bauern stiegen bis zum Leib in das Wasser und versuchten die Ernte zu retten. Die Ortseinfahrt nach Steininglohe war über die Hirschau-Amberger Straße hinweg kniehoch überflutet. Selbst Lastwagen kamen nicht mehr durch. Auch einige Häuser und Scheunen sowie eine Brücke wurden vom Wasser überschwemmt.

Das stehende Getreide wurdeso in den Boden gepeitscht, daß eine Einbringung infrage gestellt oder zumindest maschinell undurchführbar geworden ist. “Klimawandel hin, Klimawandelher. Offenkundig war Hirschau noch zu keiner Zeit vor Unwettern gefeit.